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05.-07.09 NCN Festival 2025 @Deutzen

On: 29/09/2025

NCN Festival 2025 18+2 Jubiläum - Musik und Emotionen

 

Vom 05.-07.09.2025 fand in Deutzen das nunmehr 18. „Nocturnal Culture Night“ - Festival statt. Ganze 3 Tage lang konnten Liebhaber und

Freunde alternativer Musik Klassiker, Newcomer und persönliche Helden feiern. Die große Bandbreite der Künstlerauswahl, garantierte das für jeden der Gäste etwas dabei war.

 

Freitag
Direkt nach unserer Ankunft auf dem Festival- Gelände wurde die Stimmung durch einen medizinischen Notfall getrübt. Das kurze Zeit später anstehende Konzert von The Beauty of Gemina musste daher abgesagt werden. Derweilen überzeugte auf der Kulturbühne das Dark-Folk - Projekt Zwischenlichten mit einer eindrucksvollen Bühnenpräsenz und der Erkenntnis, das es oftmals ausreicht allein durch Text und Musik zu überzeugen. Sehr sympathisch war ein Lied in der fränkischen Mundart von Nico Schwappacher, was Assoziationen mit DIAF weckte.

Auf der Waldbühne konnte als Ersatz für Rein die Band Rotersand einspringen, welche mit ihrem technoiden Sound die Zuschauer zu begeisterten wusste.

Ein erster Höhepunkt des Abends war der Auftritt der seit Mitte der 80er Jahre bestehenden Electro- E.B.M. Band A Split Second. Eine sehr gut gefüllte Amphibühne zeugte davon, dass es immer noch eine große Fangemeinde gibt, welche mit einem recht rockigen und Auftritt belohnt wurde.

Zu späterer Stunde konnte man auf der Waldbühne anhand des bereits fertigen Aufbaus und der Requisiten erahnen, welcher Auftritt bevor stand. Pünktlich um 21:20 betraten Placebo Effect zum letzten Mal in Deutschland die Bühne. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen und diese wurden nicht enttäuscht. Ihre eindringlichen Soundlandschaften konnten das Publikum von Anfang an überzeugen und so erlebte man alte Klassiker wie „Poison Tree“ und viele Andere aufs Neue und konnte in Erinnerungen schwelgen.

Beim Song „ Move“ waren einige Fans der Dark- Electro Legende in den vordersten Reihen nicht mehr zu halten und boten einen „Pogo - mäßigen“ Anblick. Die gesamte Performance stand bekannten Größen in nichts nach und wurde zusätzlich durch Videoanimationen unterstützt. Placebo Effect haben ihren ganz eigenen Stil gefunden und dieser wird, zumindest vorerst, live eine große Lücke hinterlassen. Bleibt zu hoffen, dass man von den Beiden, in welcher Form auch immer, noch hören wird.

Prayers bildeten zumindest auf der Amphibühne den Abschluss des Abends und konnten das zahlreiche Publikum durch Hip - Hop getränkten ElectroWave überzeugen. Der in San Diego aufgewachsene Mexikaner Rafael Reyes, ließ sich selbst durch mehrere technische Probleme nicht beeindrucken und spielte munter weiter. Ein wenig Mitleid verspürte man mit den zwei zu seinen Füßen stehenden volltätowierten Komparsen, welche mit Äxten „bewaffnet“ und martialischer Ausstrahlung, regungslos ausharrten.

The Sound Veil Society bildeten den Abschluss eines ereignisreichen Tages und wurden vielerorts hoch gehandelt und nicht selten mit KITE verglichen. Mit einem gut besuchten Gig schickten sie die Festivalbesucher in die Nacht.

Samstag

Der Samstag startete mit einem gut gelaunten Sascha Lange und dem zweiten Teil seiner Depeche Mode - Trilogie - Lesung. Zahlreiche Anekdoten und Funfacts sorgten für viele Lacher und Schmunzler. Wann sieht man zum Beispiel schon einmal ein Original DDR Bahnhofs Megafon, welches von begeisterten Fans abmontiert wurde und als eine der vielen einfallsreichen Requisiten benutzt wurde? Vielen Dank für diesen liebevollen Vortrag, dem zahlreiche „ Devotees“ beiwohnten.

Angels & Agony füllten anschließend mit ihrem souveränen Elektro-Pop die Amphibühne. Freunde von harten Industrial - Klängen wurden indessen von 1979 auf der Kulturbühne rhythmisch versorgt.

Traurige Nachricht

Im Laufe des Nachmittages war zu erfahren das der Festivalbesucher, welcher am Vortag ärztliche Hilfe benötigte, leider im Krankenhaus verstorben ist. Wie nah Freud und Leid im Leben einher gehen, wurde in diesem Moment wieder deutlich. Was bleibt, ist der Familie und Freunden viel Kraft und Zuversicht für die kommende Zeit zu wünschen.

Für Nostalgie sorgten die Texaner von Rosegarden Funeral Party mit ihrem lebendigen post- punkigen Goth- Rock Sound. Die charismatische Sängerin Leah Lane interagierte immer wieder mit dem anwesenden Publikum und trug gekonnt und voller Leidenschaft den so geliebten Sound in die Neuzeit. Ihre häufigen, ehrlichen und zum Teil nachdenklichen Zwischentöne fanden jedenfalls Zustimmung.

Die Neofolker unter uns konnten sich über den Auftritt des gut besuchten Konzertes von Hekate freuen. Mit ungewohnt vielen Musikern auf der Bühne ( 7 an der Zahl) wurde wieder einmal deutlich welche unverwechselbare Stellung die Band seit mittlerweile 30 Jahren genießt. Besondere Freude bereitet es immer wieder zu sehen, welche positive Ausstrahlung die Sängerin der Gruppe besitzt und wie sie die zahlreichen, stilistisch vielfältigen Lieder stets mit einem Lächeln begleitet.

Die Italiener von Ash Code konnten mit ihrer Synth - lastigen Musik einmal mehr überzeugen, weshalb sie in der internationalen Dark- Wave & Post- Punk Szene so erfolgreich sind. Hits wie „ Dry your Eyes“ wurden ausgiebig gefeiert.

Ebenso gefeiert wurde der im Vorfeld kontrovers diskutierte Aufritt von Right Said Fred. Trotz aller, auch nachvollziehbaren Kritik, sollte es dennoch gerade in einer so musikalisch breit aufgestellten Szene mehr Offenheit für einen solchen kleinen „Ausreißer“ geben, denn der Spaß und die Freude an der Musik sollte im Vordergrund stehen. Und den hatten die Besucher und auch die Musiker dieses Auftrittes. Und wenn man ehrlich ist, wer etwas nicht sehen mag, ist nicht gezwungen hinzugehen.

Einen weiteren Höhepunkt bildete der Auftritt von Jerome Reuter mit seiner Ausnahmeband ROME. Zum vielfach zelebrierten 20-jährigem Jubiläum konnte er auch dieses Mal mit Songs wie „One Lion‘s Roar“ und „Who Only Europe Knows“ sowie vielen anderen Hits das Publikum für sich einnehmen.

Die eindringlichen Drums und Folkklänge erzeugten eine bekannte und unverwechselbare Stimmung. Wer mag, kann ROME übrigens noch bis in den November diesen Jahres hinein auf ihrer Tour sehen.

Der Auftritt von KITE wurde von vielen Anwesenden sehnsüchtig erwartet. Bis in die hinterste Ecke war der Platz brechend voll. Einige Besucher wichen sogar auf die angrenzenden Mauern aus. Die fantastische Lichtshow , Songs wie „Dance Again“ oder „True Colours“, sowie die emotionalen Synthesizer Klänge und das energetische Live - Konzept zogen alle Anwesenden in ihren Bann. Dies wird sicherlich für Viele nicht das letzte Konzert dieser Band gewesen sein.

Auch die Stars der 80‘s kommen so langsam in die Jahre. Deshalb muss man jede sich bietende Chance nutzen um zum Beispiel Men Without Hats zu sehen. Mit großer Spielfreude und bei bester Laune hieß es auf der Amphibühne „ do you love the 80‘s“? Und prompt bekam Ivan Doroschuk die Antwort. Sollte ich mich richtig erinnern, dann erklang der größte Hit „ The Safety Dance“ ganze dreimal. Mit viel Witz und Ironie war es ein angenehm kurzweiliger Auftritt.

Als quasi Mitternachtsspezial ( Ähnlichkeiten mit einem anderen Festival sind rein zufällig), betrat Tobias Bernstrup die Parkbühne. Auch zu später Stunde konnte die androgyne Kunstfigur im gewagten Outfit das geneigte Auditorium fesseln. Das dies auch am besonders eingängigen, tanzbarem Synth- Wave mit viel 80‘s Attitüde lag, davon zeugten tanzende, begeisterte Besucher. Songs vom erst im August erschienenen Album „ Shadow Dancer“ wurden genauso gefeiert wie ältere Stücke.

Sonntag

Kalte Nacht brachten mit ihrem düsteren Cold-Wave als 2. Act des Tages die Parkbühne zum Beben. Sängerin Myrto Stylou besitzt eine derart markante Stimme, die in Verbindung mit den treibenden Beats und Drum Machines und atmosphärischen Tönen den Kompositionen von Nikos Konstantinidis unverwechselbares Leben einhauchen. Leider gab es zu Beginn ab und an technische Störungen, die professionell „ weggelächelt“ wurden. Der super Stimmung tat dies dennoch keinen Abbruch und dankbar nahm man den steigenden Applaus - Pegel“ an.

Der Auftritt von Twin Noir weckte mit ihrem Elektro - Punk auch die letzten müden Glieder. Die Energie der Beiden sprang sofort auf die Festival - Jünger über und alles sah nach einer feinen, elektrisierenden Party aus. „ Durchdrehen“ und Spaß haben war die Devise von der reichlich Gebrauch gemacht wurde.Nachdenklich wurde es, als die Band verkündete das sie die Nachricht eines Fans erhielten, welcher trotz schwerer Erkrankung zum Konzert kommen wollte . Genießt den Moment und macht was euch Spaß macht, war sinngemäß die Botschaft Ich würde jedenfalls orakeln das es von TN noch einiges zu hören geben wird.

Zeitgleich fand auf der Waldbühne von Electro - Fans hoch gehandelt, eines der seltenen Konzerte von The Mao Tse Tung Experience ( Thomas Lüdke / The Invincible Spirit ) statt. Mit Unterstützung von T.A.N.K. am Keyboard und auch Gesang bot man der versammelten EBM - Meute einen gute Einstimmung auf den Rest des Tages.

SYZYGYX kämpften wie Kalte Nacht mit technischen Aussetzern. Irgendwann war auch das bewältigt und Luna Blanc war genauso häufig vor wie auf der Bühne zu finden. Ihre beeindruckende Dynamik und Freude infizierte sofort alle umstehenden Fans und Zuschauer. Ein mehr als gelungenes Konzert unter den Augen der sympathischen Leute vom Cold Transmission Label.

Äußerst gut besucht, absolvierte Reaper auf der Amphibühne seinen Gig. Sehr gitarrenlastig und wuchtig bretterten sie über die Bühne. Wer hätte gedacht, das Anno 2025 diese elektronische Spiel - Art doch noch so beliebt ist? Der Erfolg gibt Ihnen Recht.

Nachdem durch den Ausfall von Waldträne viel Zeit zum durchatmen war, konnten sich die Amerikaner des Dark- Folk - Projektes Blood And Sun auf ein gut besuchtes Konzert vorbereiten. Ein teils sehr Country - lastiger Stil, abwechselnd durchbrochen von Neofolk und Goth- Anleihen fand großen Anklang.

Für ihre Gothic - und Post - Punk Gitarrenklänge bekannt, wurden She Past Away ungeduldig erwartet und hinterließen eine fast ehrfurchtsvolle, hypnotisierte Schar von Liebhabern 80er inspirierter Wave - Musik. Zeitlos.

Als eine sichere Bank für Mittelalter - Rock- und Metalfans sorgte Tanzwut die zum Abend auf der Waldbühne auftraten für enthusiastischen Applaus. Auch nach 25 Jahren ist Ihnen die Spielfreude und Nahbarkeit nicht abhanden gekommen.

Wenige Zeit später auf der vollen Amphibühne angekommen, gab es unerwartet Zeit für Abschiede und „Nachgedanken“. Bevor das NCN Team in die wohlverdiente „ Pause“ geschickt wurde gab es eine bewegende Stellungnahme zum Todesfall des Festivalbesuchers am Freitag.

Ein Moment zum Innehalten für Alle.

 

Als dann im Anschluss zu späterer Stunde Camouflage die Amphibühne betraten war dies der letzte Auftritt des NCN 2025.

Gekrönt mit Hits wie „ Love is a Shield“ und „ The Great Commandment“ endeten drei wunderbare, aber auch ambivalente Tage voller Musik, Wiedersehen, netter Gespräche und Überraschungen.

 

Vielen Dank und vielleicht bis nächstes Jahr!

 

Impressionen

05.09

06.09

07.09

Read 121 times Last modified on 17/08/2026
Ronny

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