Berichte http://www.schwarzepresse.de Sat, 30 May 2020 22:05:00 +0000 Joomla! - Open Source Content Management de-de 14/15.02.2020 - E-Only Festival 2020 http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1086-14-15-02-2020-e-only-festival-2020 http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1086-14-15-02-2020-e-only-festival-2020 14/15.02.2020 - E-Only Festival 2020

 

Es war Freitag und das Warm Up zum diesjährigen E-Only Festival stand an. Irgendwer hatte wohl etwas bei der Planung verpeilt, so dass die Auftaktveranstaltung nicht wie angedacht im Foyer des Stadtbades stattfand, sondern in einer Ausweichlocation in der Leipziger Innenstadt. Der Club hieß Barfusz und befand sich gleich neben dem Spizz unweit des Marktplatzes. Dass dieser Ort nicht besonders szeneaffin war, sondern sich eher durch Normalität auszeichnete, muss nicht extra betont werden. Nüchterne grau angestrichene Wände beherrschten das Bild im Untergeschoß, aber zumindest waren die Wände mit einigen roten Lichtern geschmackvoll angestrahlt. Geschätzte 250 Leute hatten den Weg hierher gefunden, der Laden war voll bis zur Bar im hinteren Teil des Raumes.

Zur Festival-Eröffnung war Minimal angesagt, vier Bands stellten das Lineup für diesen Abend.

 

 

Los ging es mit GERTRUD STEIN, eine Ein-Frau-Band mit lustiger Frisur. Ihr fiel die etwas undankbare Aufgabe zu, den Reigen zu beginnen, den Raum "minimal" vorzuheizen. So richtig wollte das noch nicht gelingen, obgleich sie sich Mühe gab, Tasten und Text in Einklang zu bringen. Eine Videoprojektion, blaues Licht auf der Bühne.. Persönlich hat sie mich nicht ganz so mitgerissen.

Erstaunlich schnell war wieder Schluss. Kein Wunder, wollten doch noch drei weitere Bands zum Zuge kommen und der Zeitplan war eng gesteckt.

Als nächste betraten RUE OBERKAMPF, Musiker aus Passau und München, die Bühne. Der seltsame Bandname stammt von einer Straße an der gleichnamigen Metrostation in Paris - wer hätte das gedacht? Gleich mit dem ersten Song legten sie richtig los, der Funke sprang über ins Publikum und erzeugte einen schönen Flow, in den man nur noch einzutauchen brauchte. Als optischen Hingucker hatten sie sich eine dreieckige Pyramide aus bunten blinkenden Neonröhren auf die Bühne gestellt, so etwas wie ihr Logo. Beats, französiche Vocals, die Synths fliegen uns um die Ohren, jetzt geht es richtig ab - aber was schreibe ich hier eigentlich? Ihr hättet dabei sein sollen! Jetzt echt!

Schwer zu sagen, wieviel die Sängerin durch ihre ziemlich dunkle Sonnenbrille überhaupt sieht. Egal, wichtig ist nur, dass sie musikalisch den Durchblick hat.. Ihr Image, kühl, distanziert, neben ihr zwei Typen - rocken ab hinter ihren Effektgeräten, der Tisch wackelt, die Leute toben. Applaus! Das ganze Set ist ein durchgängig tanzbarer Teppich, für mich jetzt schon der Höhepunkt des Abends. Und ja, es geht: Man kann auch eine Stino-Bude szenetypisch rocken!

 

 

 

 

 

Danach waren ASH CODE aus Italien an der Reihe. Ein Blick genügte, die beiden männlichen Musiker waren offensichtlich Brüder, tatsächlich sogar Zwillinge. Die Sängerin - mit blond gefärbten Haaren - spielt auch hier die Rolle der Kühlen, Ernsten, Emotionsarmen. Mir schwant, es gehört zum Image des gesamten minimal-elektronischen Genres, dass hier wenig gelächelt wird. Ja, stimmt, das muss wohl so sein.

Los geht es, ein Testbild erscheint auf der Leinwand.. Schon beim ersten Song bringen Ash Code Gitarrenklänge ins Spiel - und gleich erwischt! Von wegen E-“Only“. Aber gut, es ist eine Elektro-Gitarre. Wir verzeihen es ihnen und lassen uns ins Klang-Meer fallen.

Minimal ist ja von Natur aus nicht die dunkelste Musikrichtung. Der Sänger schafft es trotzdem, schöne Gothvibes in den Raum zu bringen, eine wohlige Dark-Stimmung breitet sich aus! Im Hintergrundvideo tritt derweil Technik und Zivilisation gegen Natur an.

Der folgende Titel > Crucified < geht zwar nach vorn los, doch nur die Hälfte des Publikums lässt sich anstecken. Die Mechanismen, was jeweils wie gut ankommt, liegen oft und auch zum Glück im Verborgenen. Wir sind eben doch keine Marionetten!

Zu > Empty Room < werden Bilder von Berlin City und Lost Places eingespielt.

"Hello Leipzig, we are so glad to be here!"

 

 

Interessant finde ich bei Konzerten mit elektronischer Musik immer wieder, wieviel auf der Bühne Playback eingespielt und wieviel live performt wird: diesmal sind es Keyboard und elektronisches Schlagzeug, die live gespielt werden. Die richtige Mischung machts, nicht zu viel, nicht zu wenig.

Der nächste Song ist so atmosphärisch, dass er im positiven Sinne fast den Rahmen der Veranstaltung sprengt. Der folgende nimmt uns wieder mit in die Minimalwelt, während > Oblivion < eher dahinplätschert. Nun erinnert ein Song ein bisschen an ihren Hit > Dry Your Eyes <, oder war er das gar? Ihr wisst: Manche Versionen sind schwer zu erkennen.

Schließlich und endlich kommt auch die elektrische Geige zum Einsatz, wobei „Geige“ etwas übertrieben ist: eine am Tisch aufgespannte Metallfeder, angestrichen mit einem Geigenbogen.

Noch > Perspective < - und schon ist wieder Schluss. Das war ein feines Set!

 

Eine längere Umbaupause gibt es für AGENT SIDE GRINDER aus Schweden. Die Bandmitglieder kämpfen mit Anschlussproblemen ihrer Geräte und Verständigungsschwierigkeiten mit dem Techniker...

Jetzt passiert etwas, was ich so noch nicht erlebt habe: etliche Leute gehen zur Pausenmusik voll ab und singen laut mit: "I take pictures, photographic pictures" "The right light, dark room" - >Photographic < von DEPECHE MODE. Da kommt plötzlich richtig Stimmung auf.

Derweil auf der Bühne: Die Geräte geben mittlerweile testweise Töne von sich und eine herabhängende Feder mit Tonabnehmer als experimentelles Accessoire wird ausprobiert..

Während die Band schließlich loslegt, bin ich in den hinteren Teil des Raumes gewechselt, um mir die Szenerie auch mal aus der Ferne anzuschauen und auf mich wirken zu lassen. Ich muss sagen, mit ihrem Synth-Pop fällt die Band etwas aus dem minimalen Rahmen des Abends heraus. Und obgleich sie nun als letzte Band und damit offensichtlich als Headliner des Abends angedacht waren, überzeugen sie mich, im Gegensatz zu den ersten Reihen im Publikum, nicht so wirklich.

Ich ziehe von dannen in Erinnerung an einen schönen Abend im nicht besonders undergroundigen Barfusz-Club. Vorbei an der normalen Welt auf Barhockern und Freisitzen. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und entschwinde in die Nacht.

Frank Schmidt

 

Da unser Redakteur wegen Krankheit am Samstag ausgefallen ist hier nur noch eine große Auswahl an Bildern:

 

Galerie Freitag

Galerie Samstag

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admin@schwarzepresse.de (Frank) Konzerte Berichte Tue, 25 Feb 2020 19:26:23 +0000
04.12.2019 - Insomnium, The Black Dahlia Murder, Stam1na @ Felsenkeller Leipzig http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1083-04-12-2019-insomnium-the-black-dahlia-murder-stam1na-felsenkeller-leipzig http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1083-04-12-2019-insomnium-the-black-dahlia-murder-stam1na-felsenkeller-leipzig
Energiegeladen ging es los. Stam1na eröffneten und zeigten, dass sie nicht zum ersten mal auf einer Bühne stehen. Routiniert, humorvoll und kraftvoll rockten sie, die Anfangs etwas lethargisch wirkenden Gäste. In den ersten zwei Reihen die nachgereiste Fangemeinschaft aus Finnland, die ihre Helden ordentlich anfeuerten. Auch einige mir bekannte Gesichter hörten auf meinen Vorschlag, sich doch unbedingt den Opener anzuschauen und wurden erfolgreich von meinem Stam1na Fieber infiziert! Nach einer halben Stunde verließen die Finnen die Bühne leider schon wieder... "Bitte schön, Danke schön und Tschüß!".
 
Black Dahlia Murder enterten diese als nächstes und das Publikum in der ersten Reihe schien wir komplett ausgewechselt. Abgesehen von zwei Songs zogen die Jungs aus Detroit mit ordentlich Tempo und einem brachialen Gewitter durch ihre Show. Super entspanntes und sympathisches Publikum, welches auch nur für die Band da war und sich dem Restlichen Shows des Abends eher gediegen hingaben. Auch hier wurde das extra angelernte Deutsch an die Leute gebracht. Bitte schön, Danke schön!
 
Als Insomnium die Bühne betreten wird es wieder etwas gediegener, aber kein wenig leiser. Sauberer Melodic Death trifft 80s-Attitüde. Die Fotografen haben leichtes Spiel, liebt die Band doch sehr die Kommunikation mit den Kameras. Selbst wenn bereits keiner mehr drauf hält... die Pose sitzt immer! Auch hier erfolgte in frisch erlerntem Deutsch leichte Interaktion mit dem Publikum; aber auch in die andere Richtung konnte man was zur Völkerverständigung beitragen. Von drei zugereisten Finnen habe ich gelernt: Insomnium on maailman paras bändi - Insomnium ist die beste Band der Welt. Das lassen wir mal im Raum stehen. Die Zugabe gab es, zum Teil Akustisch und mit Cowboy Hüten (die Pose sitz, wenn sie sitzt), natürlich auch. Bitte schön, Danke schön! -durfte zum Abschied auch hier nicht fehlen. Noch ein paar Fotos am Merchstand und die Fans schwebten sichtlich beseelt aus dem Saal.
 
[sab]
 
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admin@schwarzepresse.de (Schwarze Presse) Konzerte Berichte Wed, 18 Dec 2019 12:18:33 +0000
6-8.9.19 - NOCTURNAL CULTURE NIGHT 2019 http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1076-ncn2019 http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1076-ncn2019 6-8.9.19 - NOCTURNAL CULTURE NIGHT 2019

14. NOCTURNAL CULTURE NIGHT - NCN 2019 -

Die sommerliche Zeit tauchte nun in den kommenden Herbstmonat September ein. Eine schöne Jahreszeit begann und damit unser traditionelles Festival in einem kleinen Dorf in Sachsen.
Es ist wieder einmal an der Zeit, eine freudig erwatetes Event in Deutzen zu besuchen, dieser kleine Ort unweit von Leipzig gelegen.
Seit langem ist dieses verlängerte Wochenende in unseren Terminkalendern eingetragen, ja, es wieder einmal soweit, für ein schwarzes und einmaliges Familientreffen der schwarzen Szene!
Das 14. NCN!

Von Leipzig kommend sahen wir auf der Hinfahrt schon viele Festivalbesucher nach Deutzen strömen.
Für die Autofahrer gab es wieder eine Vielzahl von Parkplätzen, welche mehr wie ausreichend Parkmöglichkeiten boten.
Auch so manches Wohnmobil fand dort seinen Platz über die schöne Festivalzeit.
Nur wenige Gehminuten zu Fuß trennen die Parkplätze von dem eigentlichen Festivalgelände, welches in dem sehr idyllischen Kulturpark Deutzen gelegen ist.
Dieser Kulturpark im Südraum von Leipzig wird liebevoll betreut und gepflegt, einst wurde der Kulturpark Deutzen im Jahre 1967 in seiner Bestimmung als Freizeit- und Erholungseinrichtung der Bevölkerung von Deutzen übergeben.

Das Areal ist angenehm bewaldet, inmitten der Natur, ein idealer Ort für die Zelter während des Festivals, so lädt auch der angrenzende See zu einem Bade oder idyllischem Spaziergang ein.
In dem sehr weitläufigen Park ist die wunderschöne Amphiebühne seit jeher ein Magnet, auch die Kulturbühne, wenn auch neueren Baudatums ist eine feine Location.
Überall in dem Park verteilt sind wunderschöne Licht- und Holzinstallationen, welche besonders zur nächtlichen Zeit ihren magischen Reiz versprühen und den Besucher fesseln.

Zum NCN Festival gab es im Kulturpark wie immer vier verschiedene Bühnen, nicht nur vom Namen her verschieden, sondern insbesondere ihrer Art, dies sucht ihresgleichen und ist sehr interessant und 
vor allem abwechslungsreich. Die schon erwähnte wunderschöne Amphibühne paart sich in ihrer Größe her mit der Weidenbogenbühne, wobei hier die Namen auch das Programm sind für Stil und Ambiente der 
beiden großen Bühnen. Dazu kommt die Parkbühne und kurz vor dem Zeltplatz die gemütliche Kulturbühne.
Natürlich gab es wieder an allen Bühnen eine erstklassige Versorgung von Getränken auch so manche kulinarische Leckerei durfte da natürlich nicht fehlen.
Der Klassiker ist dabei stets die Bratwurst vom Grill, dazu ein kühles Bier. 
Ein vernünftiges Pfandsystem sorgt dafür, das die Becher nicht im Park landen, sondern an den Getränkeständen wieder abgeben wurden, auch in diesem Jahr war der Getränkebecher schön dekoriert mit 
einem Bild und Logo vom 14. NCN 2019, also uns hatte das gut gefallen.

Schon in den frühen Nachmittagsstunden vom Freitag stand eine lange und schwarze Schlange von Festivalbesuchern vor den Toren des Eingangs zum Kulturpark.
Viele Freunde und langjährige Bekannte trafen sich wieder, es gab ein großes Hallo.
Das sehr netten und aufmerksamen NCN Team begrüßte die Gäste und Festivalbesucher und nach nicht all zu langer Wartezeit bekamen wir unser Bändchen und das Festival konnte beginnen.
Zu den schönen Merkmalen des Festivals gehört es auch, dass ein kostenloses Programmheftchen ausliegt, welches bequem in die Hosentasche passte. 
Darin standen zu sämtlichen Bands und Künstler Informationen, ebenso wie die Spielzeiten, Lagepläne und vieles mehr.
Diese Heftchen ist grafisch und logistisch wirklich sehr gut und sehr informativ gestaltet. Der Druck lässt auch keine Wünsche übrig und zur stabilen und besonderen Haltbarkeit ist es sogar noch Drahtgeheftet.

Zu schönstem Festivalwetter luden nun auch die Wettergötter ein!
Das Festival- und Bühnengelände füllte sich schnell und zusehends. 
So unterschiedlich vom Stil und Ambiente die Bühnen sind, genauso sollten es auch die Künstler und Bands sein, die diese bespielten und die Fans und Gäste in ihren Bann zogen.
Die musikalische Palette war wirklich sehr gut gemixt, von Headlinern zu Newcomern, von älteren Stars bis zur Jugend auf den Bühnen zog sich eine sehr große Bandbreite, in jedem Fall sehr 
interessant und vor allem ausgewogen. Auch dies ist ein besonderes Merkmal vom NCN Festival, diese große Vielfalt die nicht erschlägt sondern kombiniert und das sehr gut.
Sicherlich wird und kann es nie ausbleiben, dass bei einem Festival dieser besonderen Art, mit vier Bühnen, es gewisse Überschneidung gab und immer wieder geben wird, das liegt an der Natur der 
Sache. 

Alle Bühnen sind nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Der Kulturpark ist auch sehr weitläufig, man hat stille lauschige Ecken, ebenso wie der große und gesellige Biergarten in Angrenzung an 
die Weidenbogenbühne.
Eine Vielzahl von Händler boten ihre Waren feil, von Bekleidung, Tonträgern, Literatur, Schmuck usw usf, es gab wieder ein großes Spektrum von Waren anzuschauen und zu erwerben von den geneigten 
Besuchern. 
Sicherlich waren die Imbiss- und Getränkestände jederzeit dicht belagert, auch dabei wurde für eine große Vielfalt gesucht, Grillstände mit leckeren Bratwürsten, Steaks und Spießen gesellten sich 
neben chinesischer Kost, Kochen wie bei Muttern, Fischstand mit den leckeren Fischbrötchen, Kaffeeausschank neben Absynth oder Whiskyverkauf, alles von der Kartoffel oder Pizza aus dem Ofen, 
Handbrote aller Art, das Knobibrot allzeit immer lecker, Waffel und Kräppelchen neben Bier und Süßigkeiten, für jeden Geschmack gab es reichlich Auswahl zur Stärkung oder Löschung vom Durst.
Dazu gepaart gab es viele Sitzmöglichkeiten mit Tischen zum Teil im Schutz der Bäume oder dicht und gesellig gestellt. 

So war es wieder einmal ein sehr gelungenes, wir sagen dazu familiäres Treffen der schwarzen Szene von nah und fern.
Viele Gäste kamen aus den verschiedensten Bundesländern Deutschlands, ebenso viele Besucher aus Österreich, Schweiz, Schweden, Russland, Tschechien, Italien, Polen ... 
Wie immer hatte es allen sehr gut gefallen!

Natürlich sind die Musikalischen Vorlieben und Geschmäcker das eine, aber jeden Tag gab es Highlights die man nicht alle Tage hat. Dazu werden Konzerte in voller Länge gespielt, also das ist schon 
etwas wirklich feines!

Der Joachim Witt ließ es am Freitagabend so richtig krachen, irgendwie schafft er es, dass man ihm sein Alter gar nicht anmerkt. Ein Künstler der in seiner langen Laufbahn Seinesgleichen sucht.
Das legendäre Bayreuth 1, live und natürlich durften zum Ende hin die Klassiker nicht fehlen, was wäre ein Witt Konzert ohne den goldenen Reiter. Die Weidenbogenbühne war dicht befüllt mit Fans, 
die Nacht erhellte die Bühnenshow und die gewaltige Stimme von Joachim. Einfach immer wieder toll da live dabei zu sein.

Zu etwas ruhigeren Klängen lud Wayne Hussey, lässig sitzend, ex Sisters of Mercy Gitarrist und Sänger von The Mission und lud auf eine Zeitreise mit seinen Gitarren begleitend mit den alten Sisters 
und Mission Hits. Gigantisch! Ein Meister eben!
 
HEAVEN 17 ließen am helllichten Tag die Amphiebühne brodeln, back to the 80`s, es war eine feine Show.
Laibach dagegen nutzten das Dunkel der Nacht um vor einer, man will meinen brechend voller Amphibühne ihre Show zu beginnen. Nicht zum ersten Mal beim NCN, aber dieses Konzert sollte alle bekannten 
Dimensionen brechen, obwohl man von Laibach ja schon sehr viele hochwertige Konzerte gewohnt ist. Laibach ließ es sich nicht nehmen, vom ersten bis zum letzten Song, sorry bis zur letzten Zugabe 
wirklich und komplett vollkommen aus dem Vollen zu schöpfen. Eine musikalische Reise durch die kraftvoll interprtierten Songs der Band, sehr schön mit Videos untermalt, war dieses Konzert das 
absolute Highlight vom NCN! Konzerte und Shows dieser Tiefenklasse erlebt man nur selten.

Covenant als letzter Headliner zum Sonntagabend, gewöhnt perfekt zu feinsten elektronischen Klängen vernebelt mit untermalenden Lichteffekten beehrten als letzte Band des NCN Festivals die 
Amphiebühne. Im strömenden Regen standen die Fans vollkommen nass und der wassermassen vom Himmel ignorierend schon lange vor dem Konzert auf den Rängen der Amphiebühne, der Regen wollte einfach 
nicht mehr aufhören. Trotz all dem war es wieder einmal sehr schön bei Covenant bis zur letzten Zugabe!
Fantastisch!


Egal, wir waren alle nass, aber zum NCN gehört auch der traditionelle Abschied. 
Holger fand passende Worte, dankte allen Besuchern, Gästen, Musikern, Künstler und seinem Team für ein wieder sehr schönes Event. 
 
Wir möchten uns dem sehr gerne anschließen und sagen ebenso danke, vielen Dank an Holger und seinem wunderbarem Team, allen Musikern und Gästen.

Wie heißt es so schön?
Nach dem NCN ist vor dem NCN!
Bis 2020 in Deutzen!!!


Bilder Impressionen


Bands @ NCN 2019:

COVENANT, LAIBACH, HEAVEN 17, JOACHIM WITT,ATARI TEENAGE RIO, TWAYNE HUSSEY, DE/VISION, NEUROTICFISH, HAUJOBB, PINK TURNS BLUE, WOLFGANG FLÜR,SHE PAST AWAY, PORTION CONTROL, WINTERKÄLTE, THE KVBIN, STRICT CONFIDENCE, IN SLAUGHTER NATIVES, NO MORE, CLAN OF XYMOX, HAR BELEX, MINUIT MACHINE, LIZETTE LIZETTE, A PROJECTION, FADERHEAD, PLACEBO EFFECT, DESPERATE JOURNALIST, TOMMI STUMPFF, LES BERRTAS, MONOLITH, ACTORS, STATE OF THE UNION, SIX COMM, CRYO, HAPAX, LIZETTE LIZETTE, DIE SELEKTION, ACTORS, STILL PATIENT? SHIV-R, RROYCE, STONEMAN, PARZIVAL, THE ARCH, NEUN WELTEN, IN GOWAN RING, SCREAM SILENCE, HÄTZER, THE CASCADES, ADAM IS A GIRL, PLASTIC AUTUMN,ZWEITE JUGEND, WIRES & LIGHTS, ROSIANY LEAVEMOTOR!K, DEUTSCHE BANK, ATOMIC NEON, THE NEGATIVITY BIAS, KAELTE, SONNENKIND, FIELDS OF MILDEW
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admin@schwarzepresse.de (Asatru) Konzerte Berichte Wed, 25 Sep 2019 19:44:05 +0000
30.04.2019 - Beltane in der Kreuzmühle http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1066-30-04-2019-beltane-in-der-kreuzmuehle http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1066-30-04-2019-beltane-in-der-kreuzmuehle 30.04.2019 - Beltane in der Kreuzmühle

BELTANE in der schwarzen Mühle // Kreuztal, Harz.

 

Auch in diesem Jahr erwarteten wir mit viel Vorfreude und Spannung das Spektakel zur Beltanenacht 2019.

Wie in all den Jahren waren auch wir, wie so manche andere Besucher, schon einige Tage eher in den Harz gereist um uns in der schönen Natur zu erquicken

oder am Abend gemütlich am Lagerfeuer zu sitzen zu Grill und Kesselgulasch über Feuer.

So kann man schon im Vorfeld dem Alltag entfliehen und schön entschleunigen.

Schon bei der Anreise der schwarzen Reisegruppe aus dem Raum Leipzig sahen wir ein emsiges Treiben in der schwarzen Mühle, es wurde im Mühlenhof für das

Fest viel aufgebaut, auch die Vorbereitungen für das große Beltanefeuer sahen interessant aus.

 

Jeden Tag probten eine Vielzahl von Künstlern und Akteuren für das Beltanefest.

Unweit von der Kreuzmühle gibt es im Kreuztal einen Naturparkplatz an der Bode, welcher von vielen auch zum campen benutzt wird.

 

Das Wetter kann im Harz sehr launisch sein, aber pünktlich am Tage des Festes zeigten sich die Wettergötter im Oberharz sehr gut gelaunt, ein wahrlich

schöner Tag begann!

 

Wir wanderten am Ufer der Bode entlang zur Kreuzmühle, wo schon allerhand Treiben im Mühlenhof statt fand.

Schon auf dem Weg zur schwarzen Mühle trafen wir wieder viele Freunde und Bekannte.

Von der alten Villa gegenüber der Kreuzmühle erblickten wir eine sehr schöne, angenehme Szenerie.

 

Der am Mühlenhof anliegende Berghang war hübsch beleuchtet mit Kunstwerken.

Überall fanden die Gäste einen lauschigen Platz.

Das gesamte Ambiente war mystisch gestaltet, Sonnenuntergang,

die blaue Stunde inmitten der Berge, es passte sehr angenehm dazu, eine exzellenten Stimmung.

 

Nun war es bald an der Zeit, immer mehr Besucher strömten in die Kreuzmühle.

Eine schöne und sehr faszinierende Darstellung startete nun, das Ritual zu Beltane!

 

Gleitend dazu zum Ende wurde ein mächtiges Feuer entzündet.

Viele Fackeln frassen sich in ihre Nahrung, welche begierig die Flammen zum Entzünden empfing, mit Rauch umhüllt und angekündigt die folgende

Feuerbrunst.

  

Die Flammen frassen sich gen Himmel, immer weiter und weiter hinauf.

Einfach wunderbar!

 

Video:  https://www.youtube.com/watch?v=6UoYsR3GP50

 

Viele ließen sich nun am abgebrannten Beltanefeuer nieder, welches noch immer ein großes Lagerfeuer mit viel Wärme der Glut war.

Andere freuten sich der wieder sehr gut ausgewählten Tanzmusik in der ersten Etage, andere zu eher ruhigen Klängen in der zweiten Etage.

Auch war sehr reger Betrieb an den Bar`s, die Getränkepreise sind nicht überteuert, sondern bewegen sich in einem sehr guten Schnitt, ebenso vom

reichlichen Angebot.

Überall in der schwarzen Mühle haben wir unsere Freunde und Bekannten begrüßt und uns unterhalten, es war prima!

 

 

Es war wieder einmal ein besonderer Tag, hier in der Kreuzmühle!

Unseren herzlichen Dank an Remo Sorge und an alle Beteiligten, die diese Beltanefeier zu einem besonderen Erlebnis für uns machte.

Wir sagen Danke und freuen uns auf das nächste Mal!

Bilder

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admin@schwarzepresse.de (Asatru) Konzerte Berichte Mon, 13 May 2019 21:45:28 +0000
16.02.2019 - 9. E-Only Festival @ Stadtbad http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1062-16-02-2019-9-e-only-festival-stadtbad http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1062-16-02-2019-9-e-only-festival-stadtbad 16.02.2019 - 9. E-Only Festival @ Stadtbad

IX- E-Only Festival

Das kleine und feine Kultfestival E-Only ging nun in seine neunte Runde und wir waren, wie sollte es sonst anders sein, wieder mit dabei.
In den frühen Nachmittagsstunden ging es los zum historischen hundertjährigen Stadtbad zu Leipzig. Aber fast wie immer schläft dieses lauschige Gebäude seinen Dornröschenschlaf, heute sollten aber elektronische, melodische und harte Klänge die ehrfürchtigen Mauern und Kammern zu einem neuen Leben bewegen.  

Das laue Februar Wetter meinte es sehr gut, es waren vor der Eröffnung schon viele Gäste vor dem Stadtbad anwesend, welch schöner Kontrast in schwarz dazu.
Viele bekannte Gesichter und Freunde vom letzten NCN/E-Only waren wieder mit dabei, da war die Freude des Wiedersehens groß.

Nun sollte es losgehen, das Stadtbad war sehr gut beheizt, wirklich angenehm warm war es in der großen ehemaligen Männerschwimmhalle. Natürlich ist das Becken schon längst mit einem neuen Boden beplankt, an vielen Details erkennt man noch immer den ehemaligen Prunk.
Genauso wurde die Location sehr gekonnt ausgeleuchtet.

 

Als erste Band starteten Beyond Obsession auf der Mainstage. Noch hatten die vielen Fans und Gäste ausreichend Platz, das sollte sich im Laufe des Abends aber noch wesentlich ändern.
Das Duo Beyond Obsession konnten ihr Publikum gleich in ihren Bann ziehen, musikalisch zu recht clubtauglicher Musik, gekonnt live umgesetzt begann das E-Only Festival hiermit durchaus gut.

Uns blieb nun bis zur zweiten Band der Mainstage etwas Zeit um sich auch mal an einer Bar etwas zu unterhalten, dort ging der betrieb ging dem fleißigem Personal flott von der Hand.

Der EBM floor war zu diesem Zeitpunkt auch noch leer, nur die netten Garderobefrauen hatten dort gut zu tun. Nun enterte Trilogy die Bühne und heizte dem Publikum richtig ein.
Ein schöner live Act, nun sollte sich gleich die erste Band vom EBM stage die Ehre

geben. Es blieb kurz Zeit für eine Stärkung in Form einer leckeren Bratwurst sowie vegetarischen Angebot vom Imbissstand. Es eröffnete die schwedische Band Alvar, mit schwerem Equipment und gewaltigen Soundeffekten, den musikalischen Abend im EBMstage, den es nun schon seit drei Jahren gibt und begeistert von den Gästen angenommen wurde. Ein wirklich beeindruckendes Konzert, von den Schweden werden wir bestimmt in Zukunft noch mehr hören und live erleben!

Nun ging es Schlag auf Schlag, das Stadtbad füllte sich immer mehr mit Gästen. Sehr schön war das kleine Programmheft welches in reichlichen Mengen auslag, alle Zeiten waren schön chronologisch für die jeweiligen floors gelistet, mit Bandinfos dazu.

Das macht der Veranstalter immer sehr gut! Ein dickes Lob dafür!

 

 

Es wurde nun Zeit für Elegant Machinery, welche den großen Saal des ehemaligen Schwimmbades mit feinsten Synthiepop füllten.Tanzbare elektronische Musik mit einer feinen Videountermalung und Lichteffekten sorgten für ein tolles Ambiente.
Aber nun wechselten wir geschwind wieder zurück zur EBMstage, das Duo Crack Down sorgte mit ihren ganz eigenen Sound, sicherlich sind da auch Depeche Mode ihre Wurzeln, für einen guten gefüllten Konzertsaal. Das Musikgerät war schon alleine einen längeren Blick wert.

Es folgten das belgische Duo Parade Ground, schon bekannt seit den 80èr Jahren, aber auch mit aktuellem Album. Lucifer`s Aid, kraftvoll mit viel Nebel und Lichteffekt, folgte im EBMstage.

Es wurde dort nun Zeit für den Headliner des Abends. Das war Dirk Ivens, ein tolles Konzert, volles Rohr, mit einem schönen Best of, live dargeboten. Wirklich wieder ein Erlebnis!
Zwischenzeitlich ging es natürlich auch auf der Hauptbühne fleißig weiter. 

 

 

 

 

 

Gegen halb acht am Abend begannen Frozen Plasma ihr Konzert. Es war jetzt schon zunehmend schwerer sich durch die vielen Besucher zu bewegen, Richtung Bühne. Frozen Plasma machten eine tolle Show und Konzert, das Publikum liebte sie dafür.
Danach wurde es Zeit für L‘Âme Immortelle. Sofort legten sie voll los, ein tolles Konzert, sehr gut abgewogen um mit viel Einsatz untermalt von fantastischen Effekten. Die Massen der Fans schwelgten und tanzten zur Musik. 

 

 

Nun wurde es Zeit für den Headliner!

And One! Ein Konzert full time, 2 Stunden, eine gewaltige Zeitreise durch And One live erlebt und beschallt begann famous!

 

 

Eine sehr gut gelaunte Band und vor allem der äußerst charmante Steve, voll mit Energie geladen, singend über die Bühne wirbelnd und nie verlegen seine Fans zwischen den Songs zu unterhalten, ganz große Klasse!
Das Schwimmbad tobte mit bis zu den letzten Reihen. Ein grandioses Konzert zum Abend, was will man mehr?!

Danach beschallten die DJ`s die Tanzwütigen bis in die frühen Morgenstunden.

Wir sagten Adieu, bis zum nächsten Jahr, wenn das 10. E-Only wieder die Pforten vom Stadtbad für uns eröffnet.
Vielen Dank an Holger, ebenso an das gesamte sehr nette, fleißige und professionelle Team, Security, Bar- sowie Garderobenpersonal und vor allem an die vielen gut gelaunten Gäste, die diesen Abend zu einem sehr schönen Erlebnis gestalteten!
Wir sehen uns spätestens zum NCN 2019 wieder!

GALERIE

 

TERMINE: 

X: E-Only

14./15.02.2020

https://www.e-only-festival.de/

 

14. NCN

08.09.2019

https://www.ht-events.de/festivals/nocturnal-culture-night.html

 

 

Kasematten Festival 2019

03./04.05.2019

https://www.ht-events.de/festivals/kasematten-festival/wochenendkarten.html

 

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admin@schwarzepresse.de (Asatru) Konzerte Berichte Sat, 09 Mar 2019 13:23:59 +0000
20.01.2019 - IAMX @ Täubchenthal http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1058-20-01-2019-iamx-taeubchenthal http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1058-20-01-2019-iamx-taeubchenthal 20.01.2019 - IAMX @ Täubchenthal

IAMX machten am 21. Januar 2019 mit ihrer "Mile Deep Hollow Tour" in Leipzig Station, diesmal im Täubchenthal. Hier ein Nachbericht mit den Eindrücken des Abends.

Eine lange Schlange vor dem Eingang, Parkplätze, die rar werden - es ist wohl eines der besser besuchten Konzerte dieser Stadt. Und nein, es ist nicht Samstag, es ist Montag!
Der Saal in blaues Licht gehüllt, das Publikum zumeist dunkel. Doch vom Styling nicht so speziell, dass man gleich erraten würde, auf welche Art von Konzert sie gerade warten. Einige mit Glitzer auf der Haut, eine Frau mit kunstvoll gemaltem X übers ganze Gesicht, jetzt bekam man schon eine Ahnung..

Doch erstmal ist Geduld gefragt. Techniker laufen scheinbar planlos auf der Bühne hin- und her. Ein Mitarbeiter klebt Setlists am Boden fest, Getränke für die Musiker werden hingestellt. Ein erstes Aufbrausen, Vorfreude, Jubel. Mit IAMX-Rufen sehnt man dem Konzert entgegen.
Gut zu sehen ist die zentrale Steuereinheit, hinter der sich Chris austoben wird, seine Leitstelle, das Cockpit. Hände sind dort angeklebt, greifen von vorn nach dem oberen Rand, wie die verlängerten Hände des Publikums...
Die Spannung steigt, ein letzter Mikrofoncheck. Es läuft Hysteria von IAMX über die Soundanlage, zur Einstimmung, zum Trost für die Wartenden.

Plötzlich Nebel! Nach einer Stunde geht es endlich los! Blau, Weiß, Lichtstrahlen. Lichtgewitter. Chris Corner betritt die Bühne mit einem Kopfschmuck aus Militärmütze samt Glitzerbesatz, gekrönt von schwarzen Federn. >Alive in New Light< singt er in zwei Mikros gleichzeitig. Ein Freak, ein Künstler durch und durch. In seinem Element. Vom Spirit her in der Nachfolge der Großen der Vergangenheit, David Bowie, Iggy Pop. Ja, letztlich auch Ian Curtis...
Die Keyboarderin mit Maske, ansehnlich, spärlich bekleidet, entscheidende Stellen abgetapet. Sie, mindestens genau so euphorisch wie Chris. Die Bassistin, die alles mit sattem, treibendem Bass unterlegt. Das Schlagzeug, optisch im Hintergrund, akustisch weit vorn. Zuletzt die Videoleinwand, auf der zu jedem Lied Projektionen laufen.
Hinein in das Konzert, einem turbulenten Flug gleich, einem Abenteuertrip durch wilde Landschaften, stürmisches Wetter, gefährliche Klippen...
Das zweite Stück, >No Maker Made Me<, Chris in Extase und energiegeladenen Bewegungen, so sehr, dass ihm zum ersten Mal der Kopfschmuck herunterfällt, als könnte er tatsächlich nichts und niemanden über sich akzeptieren. The show must go on, er lässt ihn eine Weile liegen.
In >Bring Me Back a Dog< steigert er sich im Wechselgesang mit der Keyboarderin in den Song hinein. Im Video waren es weniger Hunde, als vielmehr Werwölfe.
Beim folgenden >Happiness<, einem der radiotauglichsten Titel des Abends mit klarer Songstruktur, ist Mitsingen angesagt. "I see the zombies walking down the street and it kills me/ Their happiness/ Liars! Liars!"
Bis jetzt hat sich alles immer weiter gesteigert und beim fünften Song >I Come With Knives< ist der erste Höhepunkt des Konzertes erreicht, der nicht mehr überboten werden kann. Während Chris Lichtstrahlen mit Spiegeln ins Publikum lenkt, bricht der Clubhit über uns herein, hypnotisch, überwältigend. Die Begrenzungen sind aufgehoben. Es gibt nicht mehr die Band dort, die Zuschauer hier - alle sind eins geworden, verschmolzen: alle sind der Song, die Musik, die Extase. Allein das zu erleben, hat sich der Abend gelohnt!
"Kinder und Sterne küssen und verlieren sich/ Greifen leise meine Hand und führen mich/ Die Traumgötter brachten mich in eine Landschaft/ In der Mitternacht"
Der Song >Exit< ist im Kontrast dazu ein ruhiger. Ja, das geht auch. Die Aufmerksamkeit fällt auf die Videoprojektion im Hintergrund, wo ein World Trade Center aus Jenga Bausteinen in sich zusammenfällt, dann Feuer, Rauch, Augen..
Mit >I Am Terrified< weiter abtauchen, langsame Bewegungen, wir sehen eine Frau mit Hut, eine Katze.. Ein seltenes Gefühl wird wach, ein Gefühl, wie man es von Gruftkonzerten in den 90ern kennt.
Dieses Lied ist die Überleitung zu einem ernsten Thema. Chris bedankt sich bei den Teilnehmern einer Diskussionsrunde, früher am Tag. "Thank You for coming!"
20 bis 30 Leute konnten direkt mit dem Musiker sprechen und Fragen stellen zum Thema mentale Gesundheit, das kreative Leben und was sonst über das Leben zu sagen ist. Er selbst leidet unter Depressionen und hat einen Weg gefunden, damit umzugehen. („Ich bin seit 11 Jahren in Therapie, mein Arzt heißt Chris Corner.“) Das will er mit anderen teilen.
Weiter geht es mit dem ruhigen >Sorrow<. "The tortured world wants me to hate/

But there’s a world inside/ Where my love can bury my rage" Ein Baby, ein Läufer, ein Turner, Stabhochsprung... Wird auf der Leinwand symbolisiert, wie diese Liebe wächst, sich freikämpft?
Chris stellt die Musiker vor und weiter geht es mit >North Star< wozu passend ein Sternen-Konfettiregen aufs Publikum herunterregnet. In diesem beatlastigen Stück ist auch das Schlagzeug ganz vorn dabei.
Bei >After Every Party I Die< muss ich zwangsläufig an Ian Curtis denken. Die Dämonen, die zurückkommen, wenn die Feier zu Ende ist und die Leere sich ausbreitet.
>Spit It Out<, wieder ein Ohrwurm, diesmal in einer speziellen Liveversion, die ruhig beginnt und ihr wiedererkennbarer Beat erst nach einer Weile einsetzt. Auch später gab es einen schönen Wechsel aus schnellen und ruhigen Passagen. Die Bühne im blauen Licht, eine verhüllte Frau auf der Videoleinwand, dann Lichtstrahlen, die von Spiegeln gelenkt durch den Raum fliegen. "People need Love!" - das wollten und konnten viele mitsingen.
Chris bedankt sich für den Applaus: "You're fucking awesome, thank You so much!" Dann erklärt er das Symbol auf seinem T-Shirt. Eine Hand, die Handfläche zeigt zum Betrachter, Zeigefinger und kleiner Finger hochgestreckt, die anderen beiden Finger halten ein X. Das ganze eingerahmt in die bekannten geschweiften Klammern. Soweit ich ihn verstanden habe, geht es dabei um eine Kampagne, beauty, awareness, mental illness, hope.. in Zusammenarbeit mit der You Rock Foundation („Overcoming mental illness through music“).  Der Verkaufserlös der T-Shirts hilft direkt den Betroffenen.


Das war eine Überleitung zum letzten Song dieses Blocks, dem Titelsong der Tour >Mile Deep Hollow<, mit dem sich Chris Corner bei seinen Fans bedankt, dass sie ihn aus der Depression herausgeholt haben. "Ich will Euch danken, Ihr habt mich aus einer meilentiefen Höhle herausgezogen und nach Hause gebracht. Ich liebe Euch." (auf englisch natürlich)
Übrigens spielt auch der Titel >Alive In New Light< darauf an, deshalb gab es diesen gleich am Anfang.

"Vielen Dank, Dankeschön, Good night!" Die Musiker gehen. Eine ungewohnte Stille, Leere und Dunkelheit bleiben auf der Bühne zurück. Eine Verlassenheit.
Nach wenigen Zugabe-Rufen lässt sich die Band nicht lange bitten, kommt zurück und spielt >Your Joy Is My Low<, ein Song, der mich ziemlich an Depeche Mode erinnert. "Show Me Your Hands!" Das Publikum klatscht mit. Im Video sehen wir einen Mann unter Wasser treiben, mit ausgebreiteten Armen, eine Geste der Resignation und Freiheit zugleich.
Beim nächsten Lied >The Alternative< geht es beinahe EBM-mäßig zur Sache. Im Hintergrund eine Injektionsnadel, nackte Frauen, farbige Flüssigkeiten fliegen herum, eine Zunge leckt ein Auge, Bakterienstämme wachsen.
"Would You like...?" >The Power and the Glory<, ein ruhiger Song, der tief geht. Kapseln und Tabletten fallen, eine Frau mit rotem Haar und rotem Kleid , Geldscheine fliegen, Gewalt, Kind auf Schaukelpferd, Verletzlichkeit.. "I'm waiting for Your guiding light to bring me back to the power and the glory" Das klingt schon ganz anders als „No Maker Made me“.

"I'm so proud of You! So much love!"
Zugabe!! Ein Techniker huscht über die Bühne -
"You're fucking wonderful!"

Jetzt noch einmal abheben mit >Kiss + Swallow<, die Musiker in rotes Licht getaucht, Jubel im Publikum. "Leipzig! I Could go all night!"

Zum Ende nun noch >Mercy<, Blüten öffnen sich im Zeitraffer, "Mercy" - Erbarmen, immer wieder, wie ein Hilfeschrei, "I could make Your whole world sweet, I'm on my knees." Blüten schließen sich, die Musik verstummt. Ein Drumstick fliegt ins Publikum, Schluss! Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Nachklang.
Eine von vier Händen hat sich vom Pult gelöst und ist heruntergeklappt. Fleht mit einer hilfesuchenden Geste dem schwindenden Publikum hinterher: "Bleibt bitte hier, verlasst mich nicht!", die Leere schmerzt und die Einsamkeit...

Sterne liegen am Boden, Party is over.
And After Every Party I Die.

Ich bin Chris.
I am X.

 

GALERIE

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admin@schwarzepresse.de (Frank Schmidt) Konzerte Berichte Sun, 27 Jan 2019 18:04:40 +0000
13. Nocturnal Culture Night (NCN) 2018 Deutzen http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1045-13-nocturnal-culture-night-ncn-2018-deutzen http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1045-13-nocturnal-culture-night-ncn-2018-deutzen 13. Nocturnal Culture Night (NCN) 2018 Deutzen

Mit der magischen Zahl an der Anzahl 13 ist nun wieder ein außergewöhnliches Musikfestival zu Ende gegangen.

Das 13. NCN in Deutzen, welches vor den Toren der Stadt Leipzig gelegen ist, zog wieder viele tausende Besucher in den wunderschönen und einmaligen Kulturpark Deutzen.
Am Donnerstag begann das Festival, die vielen tausenden Fans und Besucher kommen mittlerweile aus aller Welt angereist. Es standen sehr viele Parkplätze an der Bundesstraße zur Verfügung, desweiteren gab es einen stark frequentierten Pendelbusverkehr nach Leipzig.
Zum Festivalgelände waren es nur wenige Minuten zu Fuß, das Wetter war sommerlich warm und schön, wenn man mal von den ganz wenigen Regentropfen vom Freitag absieht. Nach wie vor ist das NCN ein eher familiäres, kleines und naturverbundenes geprägtes Treffen der schwarzen Szene, so dass wir schon zur Ankunft viele Freunde und Bekannte begrüßten und trafen. 


Auch die Bevölkerung von Deutzen ist an den ganz in schwarz gekleideten Festivalbesuchern mit den zum Teil aufwendigen gestalteten Frisuren interessiert, sie sagten „Es sind friedliche und nette Leute die uns nicht stören“. An den vier Festivaltagen, von der Eröffnungsparty am Donnerstagabend bis zum Abschiedskonzert am Sonntag, spielten im Kulturpark Deutzen etwa sechzig Künstler und Bands. Dazu gab es eine Vielzahl von Ständen an denen verschiedensten Händlern welche ihre Ware feilboten. Für das leibliche Wohl sorgten viele Getränke- und Imbissstände. Zwischen den vier Bühnen gab es wieder genug Platz um sich zu treffen, zu unterhalten oder einfach nur ein Getränk zu trinken. Sehr angenehm waren an der Weidenbogenbühne die Sitzgelegenheiten nebst Tischen, gut durchdacht und von den Besuchern gerne angenommen.


Die Headliner der drei Festivaltage spielten am Abend je auf der Amphiebühne, welche stets prall gefüllt war.
Am Freitagabend enterte dann Marc Almond die abendliche Bühne, Marc, eine Synthi Pop Ikone aus den 1980-er Jahren, auch heute noch sehr aktiv und beliebt bei seinen Fans. Seit 39 Jahren ist Marc Almond im Musikgeschäft und bringt auch heute noch  Hits in die internationalen Charts. Als Frontmann von „Soft Cell“ landete er mit "Tainded Love" einen noch heute bekannten Klassiker der Musikgeschichte, auch diesen Song spielte Marc am Laufe des Abends live zur absoluten Freude seiner Fans. Für viele wurde der Auftritt von Marc Almond zum Höhepunkt des Freitagabends, selbst Holger als Veranstalter ließ uns an seine Begeisterung spüren.
Als Headliner am Sonnabend hat Holger Peter Hook and the Light verpflichtet, welcher einst Joy Division als Bassist mit begründete und später seinen Weg mit der Band Neworder fortsetzte. Die Amphiebühne war schon im Vorfeld gefüllt, es sah prächtig aus, die unzähligen schwarzen Besucher welche mit Freude spannend auf das nun kommende Konzert warteten. Es sollte eine weite Reise mit viel Emotionen in die Musikgeschichte von Joy Division gehen. Man schloss die Augen die alten Songs wurden in einen lebendig, live, dabei das Jahr 2018. Viele der alten Songs und Hits heizten dem Publikum ein. Es war einfach „Joy Division"! Nicht fehlen durften Songs wie "Transmission" oder "Love will tear us apart" da wurde kräftig mitgesungen und dieser Abend, der wird ganz sicher sehr fest in Erinnerung bleiben! Der krönende Abschluss am Sonntagabend war dann die norwegische Synth Rock Band „Zeromancer“, was sich als eine sehr gute Entscheidung des Veranstalters erwies. Von Anfang an und dazu gewöhnt kraftvoll mit ihren sehr eigenen musikalischen Stil überzeugten sie ihr Publikum. Es entwickelte sich eine gigantische Show, mit all ihren Hits und vielen Zugaben. Aber leider ging nun der Abend und auch dieses schöne Festival stetig dem Ende entgegen.
Band und Publikum verstehen es sich gegenseitig zu feiern, ihren Spaß zu haben und die Mengen einen Hexenkessel gleich einzuheizen! Es war ein gigantischer Abschluss zum Abend des Sonntages.

An drei Tagen gab es ununterbrochen Musik von den vier verschiedenen Bühnen (Amphibühne, Weidenbogenbühne, Kulturbühne, Parkbühne). Die Stilrichtungen waren zum Teil sehr verschieben, aber genau diese Mischung machte es sehr interessant, verwoben durch Bands und Besuchern aus verschiedenen Länder, ob nun Newcomer oder die alten Hasen der schwarzen Szene. Manchmal musste man sich für die oder eine andere Bühne entscheiden, es wurde nie langweilig. Überall traf man sich mit Kollegen, Freunden und Bekannten, so dass auch in der herrlichen Natur des Kulturparks genügend Zeit für Plausch und Bier blieb. Wir selbst starteten am Freitag nach Feierabend aus Leipzig nach Deutzen. So wie alle anderen freuten wir uns schon lange auf das NCN und tauchten sofort in unsere Welt ein. Die beiden am Freitag prägenden Bands der Weidenbogenbühne sind auf ihre Art einmalig, bei „Die Krupps“ und „The Beauty of Gemina“. Die Krupps zogen ihre Show sehr kraftvoll durch ihre Bandgeschichte, ein begeistertes Publikum, genau dass was man bei den Krupps erwartet. Ein toller Start in das Festival. Gefolgt von den Schweizern „The Beauty of Gemina“, die nun hier mit ihrem Konzert zum NCN am Ende ihre Zwei Jahrestournee sind. Grandiose Songs und Akustik Version begeisterten das Publikum des komplett gefüllten Platzes vor der Bühne.
Auch auf der Amphibühe gab es Musik vom Feinsten, diese schöne Bühne füllte sich zusehends mit Festivalbesuchern. Es folgten die erwarteten Konzerten von „Plastic Noise Experience“, „Gothminister“ bevor dann der Headliner vom Abend übernehmen sollte.

Aber auch auf der Parkbühne sowie der Kulturbühne wurden musikalisch vom Feinsten bespielt. Die Kulturbühne ist immer wieder sehr gut besucht, nicht nur wegen den Grill- und Getränkeständen, ist dies ein feiner Ort für Konzerte. So wie am Freitagabend zum Auftakt „7pm Ritual“, „I-M-R“, gefolgt mit … Stummfilmen. Auch die Parkbühne bot ein sehr interessanten musikalischen Querschnitt am Freitag an. Der Sonnabend ließ nicht lange auf sich warten, es war schönstes Festivalwetter und es gab viele tolle Bandankündigungen. Das ganze Spektrum würde hier wohl etwas den Rahmen sprengen, aber auch heute galt, für jeden Geschmack und Stil war so richtig viel dabei. Zur schönsten Mittagszeit verwandelten „Heimataerde“ mit metallischem Rock und klarem Gesang die Weidenbogenbühne in eine mittelalterliche Kulisse. Auch die Band zeigte sich im passendem Ambient dazu, ein ganz tolle Show, die das Publikum brodeln ließ. Natürlich gehörte dazu auch jede Menge Kunstblut zu den Vampirzähnen. Gefolgt von Goth Rock mit feinen Melodien überzeugten „The House of Usher“ angenehm, danach kamen die Panzer, „Tyske Ludder“. Die Band mit bald 30 Jähriger Bandgeschichte und harten elektronischen Klängen überzeugten sofort ihre Fans und die nun gefühlten mehrere tausend Besucher. So ging der Abend hinein und „Kirlian Camera“ gaben sich die Ehre. Eine Wahnsinnsstimmung gepaart mit der mitreißenden Bühnenpräsenz ihrer Frontfrau zog sich der Abend in ihrer musikalischen Welt. KC sollten sich dann noch am nächsten Tag mit ihrem Nebenprojekt „Stalingrad“ die Ehre geben. 

Auf der Kulturbühne stimmte „Widukind“ das Publikum ein, wenig später brachte Evi Vine stimmungsvoll ihre musikalischen Perlen in die naturverbundene Welt der Kulturbühne. Minimalistischer kamen danach „Tanz ohne Musik“ daher, auch hier gab es für jeden musikalischen Geschmack etwas auf die Ohren. Später am Abend folgte ein martialisches Nebenproject von „Kirlian Camera“, „Stalingrad (Valkyre)“. Eine interessante musikalische Mischung bestimmte am Sonnabend die Parkbühne, man kam ja auf Grund der Lage immer wieder hier entlang und verweilte bei den verschiedenen Bands. Während dessen bespielten „Scheuber“, „Faid“, Armargeddon Dildos“ und „S.P.O.C.K.“ die Amphibühne unter großem Jubel. Auch zeigten sich die Fans von „S.P.O.C.K.“ sehr engagiert. Diese Band gibt es schon lange, aber immer wieder erquickend zu erleben in Ihrem Enterpriselook. Schön zu erleben waren „D:uel (Propaganda)“ bevor der Headliner „Zeromancer“ und somit letzte Band am Abend die Bühne unter großem Jubel entern sollte. Sofort und sehr kraftvoll verschmolzen Band und Publikum.

 

Auch nach Zugaben ist ein sehr schönes Konzert und Festival somit kurz vor dem Ende. Nach der tollen Show von „Zeromancer“ verkündete Holger Troisch auf der Bühne "Die 13. Nocturnal Culture Night ist vorbei".

Unter tobenden Beifall kamen nun auch alle vom NCN Team und Crew auf die Bühne. Es war eine tolle Verabschiedung!
„Das NCN gehört nach Deutzen und hier in den Kulturpark“, sagte Holger Troisch nachdrücklich und so laufen auch schon die Planungen für das nächste NCN im Jahre 2019.

Dies wird am 06. – 09. September 2019 stattfinden, Tickets dazu können ab dem 01. Oktober 2018 geordert werden.

Wir sagen Danke für ein sehr schönes Festival und kommen sehr gerne wieder.

Speziellen Dank an Veranstalter und Team vom NCN, allen Besuchern und Bands.

Bis bald und Auf Wiedersehen!

Galerie

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admin@schwarzepresse.de (Asatru) Konzerte Berichte Fri, 21 Sep 2018 18:04:50 +0000
13.07.2018 - Peter Heppner @ Festung Königstein http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1038-13-07-2018-peter-heppner-festung-koenigstein http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1038-13-07-2018-peter-heppner-festung-koenigstein 13.07.2018 - Peter Heppner @ Festung Königstein

Sommer, Sonne & Soundgenuss in luftigen Höhen

Festung Königstein Open Air 2018 beschert musikalische Highlights in eindrucksvoller Kulisse

 

Man nehme eine reichliche Portion atemberaubender Blicke ins Elbsandsteingebirge, eine Prise Sonnenuntergänge in luftiger Höhe und menge zwei, drei kühle Bierchen in lauen Nächten dazu… anschließend mische man das Ganze mit erstklassigem Musikgenuss unter freiem Himmel und serviere den Leckerbissen unter mitreißenden Rhythmen an hungrige Genießer! Ein sommerlicher Ohrenschmaus der Extraklasse, zu dem die imposante Festung Königstein auch in diesem Jahr unter dem Motto „Rocken bis das Elbtal wackelt“ wieder einlud… und zwar nicht einen Tag, nicht eine Woche, sondern einen ganzen Monat lang!

Wir haben uns vor Ort selbst ein Bild gemacht und sind schwer begeistert! Allein die massiven, hohen Mauern des einstigen Staatsgefängnisses als auch die von Baumkronen umringte Bühne inmitten der Bergfestung verliehen der am Tage beliebten Touristenattraktion einen ganz besonderen Charme für den klangvollen Abend. Die erstklassige Auswahl an Künstlern tat ihr Übriges und kaum hatte man sich versehen, war das einmalige Erlebnis schon wieder vorbei… Zur Fotogalerie

Wie alles begann…

An einem Freitag, den 13. traten wir gespannt unseren Weg zur Spitze der Festung an, der uns durch die altehrwürdigen, kalten Gänge der Festungsanlage führte. Im Fahrstuhl angekommen, der uns unter den freien Himmel des Innenhofs führte, wurden wir von einem spaßigen Aufzugführer in historischem Gewand begrüßt, der uns den obersten Grundsatz der Festung – Zucht und Ordnung – nahelegte, bevor er uns mit einem Augenzwinkern in den Konzertabend verabschiedete. Oben angekommen, verteilten wir uns inmitten der Konzertbesucher bei sommerlichen Temperaturen langsam aber sicher auf dem schattigen Innenhof und dem sonnigen Aussichtsplateau, um den bevorstehenden Klängen des Abends in lauen Lüftchen zu lauschen.

 

Den Startschuss lieferte 19.30 Uhr die Electro-Pop-Band Caisaron aus dem Raum Dresden, für die die Location fast ein Heimspiel gewesen sein dürfte. Während Sängerin Angela Blackfield mit Tanz und Gesang für den weiblichen Charme des Auftritts sorgte, kümmerten sich die Herren der Schöpfung um die männlichen Vocals, den Schwung an den Tasten und den Drumming Groove. Nach einer stimmungsvollen Stunde mit neugierigem, aber bewegungstechnisch noch verhaltenem Publikum, verabschiedeten sich die Opener schließlich, um die Bühne an das Sahnehäubchen des Abends zu übergeben.

 

Sichtlich gut gelaunt, begrüßte das bunte Publikum inmitten zahlreicher schwarzer Seelen schließlich pünktlich 21 Uhr den Headliner des Abends – Peter Heppner. Der Hamburger Songwriter mit der charismatischen Stimme überzeugte wie gewohnt mit packenden Texten aus jahrelangem, musikalischen Schaffen und fesselte damit Jung und Alt. Ohne großes Brimborium bewegte er vom ersten Song an mit seiner charismatischen und oft melancholisch wirkenden Stimme. Neben „Vielleicht“, „Once in a Lifetime“, „Kein Zurück” u.v.m. fehlte wohl kaum ein deutsch- oder englischsprachiger Klassiker aus der Wolfsheim- und Solokünstler-Ära. Allerlei Synthpop-Liebhaber entpuppten sich unter den zahlreichen Zuhörern: Ob bei der Singleauskopplung „Alleinesein“, dem ersten Solo-Werk, dass sich mehr als zwei Monate in den Charts hielt oder dem Wolfsheim-Refrain „Doch Du Siehst Mich Nicht“. Es wurde mitgesungen, mitgeträumt, mitgewippt. Auch Klassiker aus alten Zeiten, wie „The Sparrows and the Nightingales“, die mit großer Freude unter Applaus befürwortet wurden, wurden mit ruhiger, aber intensiver Stimme ins Publikum getragen. Der Verzicht auf aufwendige Performance schaffte viele besondere Momente, die Heppners Liedbotschaften immer wieder verstärkten. Ein in Regenbogenfarben gehülltes Lichtmeer zum Titel „Meine Welt“ oder der warme, rote Schein für „Being Me“ verliehen der vertrauten Atmosphäre zusätzlichen Charme, der durch die Nacht begleitete. Mit dem nachdenklichen „Das Geht Vorbei“ klang der Auftritt schließlich nach einer knappen Stunde aus… für einen Moment…

 

 

Nach durchgängigem Applaus und einer kurzen Verschnaufpause kehrte Heppner schließlich unter tobendem Jubel vor sein Mikro zurück und blätterte in anmutiger Gelassenheit durch sein Notenbuch. Erneut sorgte er sodann mit weiteren tiefgreifenden Werken für pure Gänsehaut-Stimmung. Nicht nur das Stück aus der Zeit als Gastmusiker, „I Feel You“ in Zusammenarbeit mit Schiller, zog das Publikum in den Bann. Ebenso wurde die Komposition mit Paul van Dyk, „Wir sind Wir“ ins Repertoire des Abends aufgenommen. Nicht fehlen durfte außerdem seine wohl erfolgreichste Kooperation „Die Flut“, die von Joachim Witt initiiert wurde und für einen gewohnt bewegenden Auftritt sorgte. Mit einem Cover des 70er-Jahre-Songs „Ich Weiß Nicht, Zu Wem Ich Gehöre“ rundete Heppner schließlich den Abend nach einigen Zugaben ab und ließ das glückliche Publikum in die Nacht entschwinden.

 

Wer sich solch ein musikalisches Sommer-Highlight auf der Festung nicht entgehen lassen will, hat JETZT die letzte Chance auf ein einmaliges Konzert in luftiger Höhe! Bei bombigen Wetteraussichten lassen es die Deutschrocker Kärbholz am letzten Festivalwochenende noch einmal richtig krachen! Für alle anderen, bietet sich sicher nächstes Jahr erneut die Chance auf ein grandioses Open Air mit tollen Künstlern. Stay tuned! //Text: Maria K.

Zur Fotogalerie 

Tickets und Infos unter:

http://www.konzertkasse-dresden.de

Abendkasse vor Ort ab 19.15 Uhr.

     

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admin@schwarzepresse.de (La|Rub!a) Konzerte Berichte Sat, 21 Jul 2018 17:38:36 +0000
29. Wacken Open Air http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1070-bericht-w-o-a-2018 http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1070-bericht-w-o-a-2018 29. Wacken Open Air

29. Wacken Open Air

No Rain, only Shine

Ein Rekordsommer! Diesmal nicht in Litern Regen gemessen sondern, so zeichnet es sich ab,  der wärmste Sommer der letzten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte. Die Ostsee lauwarm, Bakterienschwemme, Waldbrände und unsere Redakteurin fährt mit einer durch Ostseewasser verursachten Bindehautentzündung kurz nach dem Besuch beim Bereitschaftsarzt auf den Acker.

Erstmals müssen wir anstehen, obwohl wir Montagnachmittags ankommen. Die kostenlose Montagsanreise trägt Früchte. P ist noch nicht auf, die direkt an den Wacken Plaza angrenzenden Flächen sind voll und so will man uns recht weit weg vom Infield platzieren. Wir warten. Montags anreisen und dennoch kilometerweit laufen, so haben wir nicht gewettet. Kurze Zeit später haben wir Glück. Wir dürfen passieren und finden mit unserem Klappfix bei weiteren Klappfixfans Platz. Ein DDR-Fancamp mit Schweizern, nette Nachbarn, beim ersten Bier bauen wir den Faltcaravan und unsere Zelte auf. Die Sicht fantastisch, etwa 500 Meter trennen uns vom Wackinger-Ausgang. So lässt es sich leben. Dennoch sind wir recht platt von der Hitze, der Anreise mit Staus hier und da sowie dem Warten und Ärgern, trinken noch ein paar Bier, verschwinden am ersten Tag aber vergleichsweise zeitig im Bett. 

Freu dich denn du bist in Wacken! Tag 2 startet sonnig und schon am Nachmittag liegen wir mit unseren nachgereisten Freunden und eisgekühlten Getränken in unseren aufblasbaren Liegesäcken. Der Eismann liefert Cornetto vor das Zelt, das Becks ist eisgekühlt. Die Eiswürfellieferungen zum Zeltplatz-Supermarkt versiegen nie. Wacken hat Infrastruktur at it’s best!

Wir preisen den Erfinder der gemütlichen Lümmelmöbel und stehen nur auf, um unsere Nachbarn kennenzulernen oder unseren Bedürfnissen nachzugehen. Die Nachbarn spielen Krocodoc mit Trinken. Wir schließen uns an. Das Krokodil beißt mich, ich erschrecke und trinke einen eiskalten Wodka auf den Schreck. Gutes Spiel! Auch unser zweitliebstes Wackenspiel können wir genießen: „Braun oder dreckig“. Dank Ackerstaub, etwas Wind und Schweiß sehen wir aus, als hätten wir eine wochenlange Wüstenreise hinter uns. Die Bräune, die uns so gut steht, ist leider Dreck. Wir sind in Sand panierte Schnitzel (kann sich ja aber alles noch ändern…).

Bei schnuffigen 30 Grad bewegen wir uns am Mittwoch ins Dorf. Der Edeka trumpft mit herrlichen Rindersteaks bei kaum merklichen Wartezeiten auf und bei unserem Lieblings-Wackener Heiko gibt es ein kühles Bier und interessante Menschen sowie Gespräche. Hier fühlen wir uns wohl. Gegenüber warten die ersten Fans auf DORO, die in der Metal Church ein gefeiertes Konzert in besonderer Atmosphäre geben wird. Nach dem Presse-Check-In laufen wir wie in jedem Jahr zwischen den Feldern zurück in Richtung Camp, springen in den VIP-Bus und lassen uns nahe des Infields absetzen. Da hüpft das Herz!

Noch stehen vom Sprengen gegen den Staub kleine Pfützen und satte Grasbüschel zwischen den Soundtürmen auf dem Infield, das von hinten leicht abschüssig in Richtung der Mainstages ist. Das wird sich ändern. Wer Schlamm will wird Schlamm finden. Wer Staub will- nagut, niemand will Staub, aber den gibt es trotzdem für jeden. Nur die Grünflächen werden im Laufe der Woche wohl deutlich weniger werden, sodass sitzwütige Menschen bald auf Pappen, Jacken und dem Ackersand Platz nehmen werden.


Als es gegen Abend kühler wird gönnen wir uns die Steaks, kühle Radler und versuchen einen Blick auf NAZARETH („Love Hurts“) zu erhaschen. Mitsingen können wir und Feuerzeug in die Höhe recken geht auch bei Saunatemperaturen. EXTRABREIT („Hurra Hurra die Schule brennt“), die auf der Beergarden-Stage spielen, hauen uns nicht so vom Hocker. Die BACKYARD BABIES und SEPULTURA jedoch heizen die Menge des nochmal vergrößerten Zeltes vor der Bühne tatsächlich noch mehr an, als die Abendsonne. Immer noch stehen Mengen vor den Zelteingängen, kommen nicht rein. Wie Metal-Cowgirls und Cowboys schwitzen wir, umgeben von unserer Herde in unserer Prärie. Wacken, wir haben dich vermisst, ob nun rain or shine uns lieber ist, wissen wir aber nicht so recht.
  

Am nächsten Tag fällt es uns schwer in die Gänge zu kommen. Duschen sinnlos aber nötig, Schuhe oder gar Stiefel anziehen eine Qual, Bewegen eine Tortur. Als wir uns endlich aufraffen lohnt es sich nicht so recht. Wie Dirk Bach (R.I.P.) springt ein etwas unförmiger VINCE NEIL über die Bühne und trällert Mötley Crüe-Songs, wirkt dabei viel weniger cool als es die Musik erfordert und tut uns ein bisschen leid. Stimmlich passt es meist zwischen den hektischen Atemzügen, etliche Fans grölen immerhin schiefer mit. Ein zwei Meter großer Wasserball wird von Fans umhergeworfen, fällt in den Staub, löst eine gigantische Staubwolke aus und wir husten in unsere um die Münder gelegten Halstücher. Bei THE FRIGHT jubeln wir frenetisch. Die Leipziger haben es auf die Wasteland Stage geschafft und scharen Rock’n’Roll-Fans um sich. Die aus dem Horrorpunk kommende Band wird von tanzenden Wasteland Warriors umringt. Ein toller Gig und wir sind stolz auf die Jungs!

Weiter ging es mit BEHEMOTH. Black Metal bei Hitze geht immer! Langsam schaukeln wir zu den eindringlichen Songs, genießen einen großartigen Auftritt und nehmen das erste Mal auch Jubelstürme auf dem Infield vor den gigantischen Hauptbühnen mit in die Erinnerungstruhe. DANZIGs „Mother“ mal live zu hören war unser nächstes Ziel. Ein toller Moment! Auch oder gerade erst recht HATEBREED, sprengten endgültig die Faulheit aus unseren Knochen. Was für ein Auftritt mit hunderten Stagedivern! Trotz Staub färbt sich zu WATAIN und DYING FETUS unsere Haut rot. Auch die Sonnencreme kämpft mit dem Rekordsommer, genau wie wir, die erneut zeitig in die Zelte krabbeln und ein bisschen nächtliche Kühle auf frischgeduschter Haut genießen.

Ein lauwarmer Eiskaffee mit Rum und die Leipziger von WALKING DEAD ON BROADWAY motivieren uns zu einem erneuten Wüstenmarsch vorbei an Wacken Plaza mit E-Sport-Zelt (Ja, Zocken in Wacken) und Motorshow-Tribüne, unter der Motorräder unter dröhnendem Lärm im Kreis in der waagerechten rasen. Die Jungs von WDOB jedenfalls zerlegen das Bullhead City-Zelt und gefallen uns richtig gut! Auch CANTERRA aus Leipzig schauen wir uns auf der Wackinger Bühne kurz an, treffen uns dann jedoch zu MR. BIG („Wild World“) wieder mit unserem Freunden. Wir singen mit, schunkeln im Takt, strahlen. Das sind tolle Wackenmomente! Danach die beste Band des Festivals: Für uns rocken CLAWFINGER alles weg. In buntesten Anzügen und bester Laune präsentieren sie Crossover, der selbst Kuttenträger und Altmetaller in Entzückung versetzt. „The Biggest, The Best, Better Than The Rest“ – das trifft zu. Wir haben den Spaß unseres Lebens! Doch es heißt durchhalten: Wir wollen nachts 2 Uhr Ghost sehen und entspannen etwas bei den BLUE PILLS, tanzen zu MANTAR, werfen kurz einen Blick auf OTTO UND DIE FRIESENJUNGS, vor deren Bühne es gerammelt voll zugeht. Dann genießen wir IN FLAMES, Otto hin oder her. Das Set der Schweden ist randvoll mit neuen Ohrwürmern und vielen alten Hits. Eine gelungene Mischung auch für Neusongmuffel.

Als endlich GHOST die Bühne betreten sind wir begeistert. Das Ambiente, der Sound und der vertraute und doch neue Klang sowie die eingängigen Songs begeistern. Ghost können mehr als gefällige Radiosongs, sie können tolle Liveshows und Wacken richtig munter machen.

Am nächsten Tag geben wir uns viel Altbekanntes: Zu KNORKATOR feiern und tanzen wir, unser Fotograf darf ein weiteres von-der-Bühne-Bild sammeln und wir lachen, obwohl es wie immer eng ist im Publikum vor Stumpen und Co.. Statt „Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett“ entscheiden wir uns für das Wachbleiben. Trotz Hitze und Staub springen, tanzen und singen wir zu SKINDRED, die wieder fantastisch sind und jedes Jahr spielen könnten. STEEL PANTHER sind gewohnt unterhaltsam, verlieren sich aber diesmal in sinnlosen Dialogen über Menschen im Publikum und deutschen Beschimpfungen, Frauen und alten Geschichten. Hätte man das Set nicht nur zur Hälfte mit Songs bespielt, wäre es sicher auch gelungen gewesen, musikalisch sind die Panther dennoch top und die Ohrwürmer perfekt präsentiert. Doch wo wir gerade bei Boobies waren: ARCH ENEMY legen ein tolles Set hin, später genießen wir DIMMU BORGIR mit symphonisch diabolischen Klang und rasten ein letztes Mal zu ESKIMO CALLBOY aus.


Seelig und mit neuen Eindrücken im Gepäck wandern wir in Richtung Zelt. So abwechslungsreich war unsere persönliche Running Order noch nie. Wir haben uns überraschen lassen, meist zum Guten. Körperlich sind wir im Eimer. Vielleicht mehr als sonst. Alles schmerzt, der Hals tut weh, wir husten und schnauben schwarze Irgendwasse aus unserem Gesicht. Die Augen sind rot, auch wenn die Bindehautenzündung seit Tagen überstanden ist. Ob wir noch Füße haben, wissen wir nicht. Erst am Abend im Hotel am Meer nach einem Bad und einem weiteren Fußbad bekommen wir sie wieder zu Gesicht. Wacken war 2018 extrem. Doch im nächsten Jahr ist Jubiläum. XXX! Diesmal mit dabei: Als Headliner PARKWAY DRIVE (und Marlene so „Hab ich’s nicht gesagt dass die als Headliner wiederkommen!“), SABATON mit Jubiläumsshow, DEMONS & WIZARDS, POWERWOLF, AIRBOURNE, ROSE TATTOO, MESHUGGAH, WITHIN TEMPTATION, KROKUS, DARK FUNERAL und AVATAR. Wieder hüpft das Herz. Nochmal, nochmal, schreien die geschundenen Körper und zählen die Tage. Nicht allein, denn in den Tagen, in denen wir diesen Text schreiben, wird das W:O:A 2019 ausverkauft. Danke liebes Wacken Open Air, dass du das jedes Mal mit uns und für so viele weitere Menschen schaffst!

Deine Schwarze Presse

Gesammelte Eindrücke findet ihr noch in unseren Alben zum Festival:

Impressionen- Leipzigs Local Heros - Weitere Bands

Und weiter geht’s:

Was? XXX. Wacken Open Air

Wann? 01.08.2019-03.08.2019

Wo? Wacken, Schleswig-Holstein

Infos unter www.wacken.com

 

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admin@schwarzepresse.de (['instin(c)t]) Konzerte Berichte Thu, 30 Aug 2018 10:34:13 +0000
14.-16.06.2018 - WITH FULL FORCE XXV @ Ferropolis http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1033-14-16-06-2018-with-full-force-xxv-ferropolis http://www.schwarzepresse.de/index.php/konzerte/konzert-nachberichte/item/1033-14-16-06-2018-with-full-force-xxv-ferropolis 14.-16.06.2018 - WITH FULL FORCE XXV @ Ferropolis

25 Jahre With Full Force - sturmfrei in Ferropolis

Ein viertel Jahrhundert Erfahrung sichert Verlässlichkeit und Routine im zweiten Jahr in der Stadt aus Eisen. Ein würdiges Jubiläums-Line-Up bietet einem bunt gemischten Publikum ein breites Spektrum von voller Härte bis bester Laune. Auch wir waren als Gratulanten vor Ort und haben Euch unsere Eindrücke mitgebracht.

Lobeshymnen und Anerkennung für die routinierte Organisation in der neuen Location gab es für die Macher des With Full Force schon völlig zurecht im Vorjahr. Viele der Kritikpunkte und Wünsche der Fans fanden bei der diesjährigen Organisation Berücksichtigung und halfen so, auch die zweite Runde in Ferropolis und damit das nun schon 25. With Full Force zu einem erstklassigen Auftakt in den Festivalsommer zu machen. Die insgesamt knapp 70 Band verteilt auf Ferrox Main Stage, Impericon Hardbowl und deutlich aufgerüstete Metal Hammer deckten wie bewährt ein unglaublich breites Spektrum von Punk über Metal, Grind- und Hardcore ab. Hier für euch eine Vielzahl von Bands in der Einzelkritik:

Donnerstag

Kataklysm: Ihr neues Album Meditations ist gerade mal vor 10 Tagen bei Nuclear Blast erschienen. Grund genug sie wieder auf die Bühne zu holen. Die 91 Gegründetes Band sollte so ziemlich jedem Metaller ein Begriff sein. Zwischen Powerflo und Budy Count, bieten sie ein ordentliches Kontrastprogramm und lassen keinen Nackenmuskel verschont.

Stick To Your Guns: Bunter hätte der Strauß bereits am ersten Tag auf der Mainstage nicht sein können. Stick To Your Guns peitschten ein Hardcore-Gewitter über die Bühne. Die Sonne verbrannte alles, was sich vor der Bühne befand,  hielt die Fans aber nicht davon ab diese Band gebührend zu feiern. Die zeigten, dass sie mehr sind als fünf süße Sunnyboys aus Kalifornien. Wie fünf Flummis ließen sie die Bühne beben und feierten den Auftakt mit ihren Fans.

Body Count: Nachdem Powerflo früher am Tag bereits die Marschrichtung vorgaben, hieß es nun für Body Count feat. "Ice motherf%$&ing T, bitch" dem Ganzen die Krone aufzusetzen. Wer die Show auf dem Rock am Ring gesehen hatte, wusste,  was ihn erwartet... nämlich genau die gleiche Show. Aber wer weiß ob man jemals wieder die Chance dazu hat. Also versammelten sich die Massen vor der Bühne. An Bord waren zwei Gründungsmitglieder, Freunde und natürlich die Familie so war Baby Ice, mittlerweile der älteste Sohn mit auf der Bühne und wir durften Ice Ts aktuell jüngste Produktion in Form seinerzweijährigen Tochter bewundern. Mit dem Publikum wurde geklärt, wer die Band noch aus den 90ern kannte
und wer die 90er noch nicht mal erlebt hatte. Was man Body Count auf keinen Fall abstreiten kann ist ein riesiger Unterhaltungsfaktor für Groß und Klein.

Caliban: Einer der mittlerweile wohl größten Metalcore-Acts Deutschlands wurde auf die  Hardbowl verbannt. Diese, wer hätte es erwartet, quoll förmlich auseinander. Das im Mai auf Century Records erschienenes Album stieg auf Platz neun der Alternativen Album Charts ein und unterstreicht einmal mehr die Erfolgsgeschichte der Essener. Seit 21 Jahren bespielen sie Internationale Bühnen und sorgten bereits am Donnerstag mit ihren Fans für einen absoluten Abriss!

Bullet For My Valentine: Hier muss man wieder den Sunny Boy-Status anerkennen. So  schmachteten die Mädels vor der Bühne und feierten den Headliner des Abends mit absoluter Textsicherheit. Dem Publikum wurde sauberer Metal zwischen Core und Melodic Death ohne Schnickschnack und größerer Interaktion geboten. Ein Vorgeschmack auf das am 29.6. erscheinende Album gab es ebenfalls.

Belphegor: Eröffneten die Knüppelnacht des ersten Abends auf der Hardbowl-Bühne. Nebel zog über die Bühne ins Publikum. Das Publikum lichtete sich, übrig blieb der „harte Kern“. Die Black Metal-Götter aus Salzburg bewiesen den Publikum, dass es sich gelohnt hatte, so lange zu warten und die 45 Minuten vergingen wie im Fluge. Wer Belphegor bereits live gesehen hat, wie, was gemeint ist. Wer das noch nicht hat, sollte dies ganz schnell nach holen.

Meine Vorfreude auf Abbath wisch der Müdigkeit und so gaben wir uns geschlagen und schlichen zum Zeltplatz. An dieser Stelle sei gesagt, dass das Busshuttle-System gern etwas überarbeitet, bzw. verfeinert werden könnte. Die Wartezeiten waren doch oft recht lange. Müde aber zufrieden fielen wir in unsere Zelte und hörten in der Ferne Abbath rumoren.

Tag 2: Der Wettergott hatte Gnade und schickte uns Wolken. Somit war der Tag warm, trocken und erträglich.

Dritte Wahl: Rostocker Punkrock vom feinsten. Humorvoll abgeschmeckt, gab es Lehrreiches zur Datenschutzverordnung, Bassistenwitze (die waren zumindest mir auch alle neu) und das Bestehen des Punkabiturs. Du konntest nicht mit einem solchen Abschluss stolz zu Mutti nach Haus fahren? Dann empfehlen wir einen Besuch eines Dritte Wahl-Konzerts. Du hast einen oder mehrere? Empfehlung gilt trotzdem. Was die Band mit Wölfen und Karpfen gemeinsam haben? Aus Datenschutzrechtlichen Gründen müssen wir hier die Berichterstattung eingrenzen und verweisen zurück zur Empfehlung.

First Blood: Bereits seit 2002 sind die, aus Kalifornien stammenden Jungs von First Blood unterwegs. Aktuell befinden sie sich, mit neuem Album „First Blood: Rules“ und  Lionheart auf Deuttschland-Tournee. Da bot es sich für beide quasi an mit uns und ihren Fans 25. With Full Force zu feiern.

Ektomorf: Die charismatischen Ungarn sind vielen Festival Besuchern ein Begriff. Sind sie doch regelmäßig in allen Line-Ups europäischer Festivals zu finden. Mittlerweile reisen sie auch mit eigener Headliner Tour durch die Landen Zu Recht! 2004 gegründet bezeichnen sie ihre Musik als Groove Trash Metal. Gegroovt haben sie ordentlich und zogen viele begeisterte Fans bereits im Nachmittags Programm vor die Bühne der Mainstage. Ektomorf wissen wie man feiert. We raise the „Black Flag“!

Moscow Death Brigade: Was mir vor Jahren als Geheimtipp empfohlen wurde, ist längst keiner mehr. Drei Russen mit Laptop und Rapgesang waren etwas Extravagantes im Rahmen des Hardbowl-Programms. Maskiert und nur echt mit dem Krokodil, ihrem Markenzeichen. „Hip Hop Hardcore Punk“ bezeichnet sich die Musikrichtung. Aha. Die Pausen zwischen den Songs wurden von den Fans mit Gesangseinlagen „Forever, forever Antifaschista“ begleitet, des weiteren hatte die Band bis dato auf dem Festival die meisten Crowdsurfer. Dies sollte sich aber noch ändern. Moscow Death Brigade wurde 2007 unter dem Namen „Hoods up 495“ geründet. Außerdem spielen die Jungs noch in einem Crossover-Sideproject namens „Sibirian Meat Grinder“. Sehenswert!

Megaherz: Die Metal Hammer Stage hatte etwas den stiefmütterlichen Status. Sie wurde kaum beachtet und war stets  eher spärlich besucht. Die Band Megaherz, eine der großen Vertreter in der Neue Deutsche Härte-Szene, hatte zumindest ein paar eingefleischte Fans ziehen können. Im Michael Myers-Tribut-Outfits betrat die Band die Bühne, kurz darauf folgte Sänger Alexander Wohnhaas, gewohnt mit Clowns-Make-Uup. Ab Herbst kommen die Jungs auf „Komet“ Tour.

Nothing More: Meine Neuentdeckung auf dem Festival. Und schon wieder komme ich ins Schwärmen. Der Sänger sieht aus wie der Zwillingsbruder von Jim Morrison und hat eine Bühnenpräsenz wie Jamiroquai. Jeder Musiker der Band wirkte als hätte er sein eigenes Kunstprojekt am Laufen und kombiniert das in einer Band. Tatsächlich sind die bereits länger im Geschäft und haben schon 6 Alben auf dem Markt, mehrere Billboard Chart Platzierungen und waren außerdem 2018 für den Grammy nominiert. Die Band macht sich stark für Menschen mit Psychischen Erkrankungen und kooperiert mit diversen Organisationen. Ich bin überzeugt, von denen hört man in Zukunft noch Einiges.

Eskimo Callboy: Metalcore aus Castrop Rauxel. Wieder der Moment an dem man da steht und denkt. „Mensch sind die groß geworden“ - und das in vielerlei Hinsicht. Begannen hatten sie doch 2008 und haben noch die kleinen Bühnen bespielt, die niedlichen Jungs. Nun stehen sie zum Nachmittag auf der Mainstage, als gestande Männer, dick im Geschäft und haben eine volle Hütte vor sich. Partylaune war angesagt. Die Interaktion untereinander und mit dem Publikum sorgte für eine Becherflut Richtung Stage. „Das nächste Mal sagen wir, wir brauchen Handys!“ Die Stimmung kocht, die Masse tobt. Alles richtig gemacht! Bis Mitte August befinden sich die Jungs nun noch auf großer Sommer Festival Tour.

We Butter the Bread with Butter: „Eine Band mit diesem Namen setzt sich nicht durch“, haben sie gesagt. Ich dachte damals, der Name hat Eier, die machen das schon. Recht hatte ich. Heute haben sie mit einem Dino vor drei weiteren Dinos gespielt. Wer hätte das gedacht?! Im Ernst, ich habe nicht verstanden warum Eskimo Callboy, die Mainstage bekommen und WBTBWB die Hardbowl. Ende vom Lied: Auch hier brach die Hardbowl wieder fast auseinander. Die Stimmung war großartig. WBTBWB ist heute auf einer guten Hardcore-Party Pflicht! Anfang des Jahres meldeten auch sie sich mit einem neuen Album zurück. Dino-Power!

Hatebreed: gaben uns nach dem aktuellen Programm erst mal eins auf die 12! Wichtiges zuvor: Die Jungs befinden sich aktuell auf Tour und kommen Ende des Jahres auch nochmal rum. Brutal und Energiegeladen besser kann man ihre Shows nicht bezeichnen. Bereits zum 9. mal spielen sie auf den With Full Force. Ich freue mich auf die nächste Runde Ende des Jahres.

Perkele: Die Punkrock Band aus Schweden mit dem Finnischen Band Namen. Fakt: Perkele ist ein gebräuchliches Schimpfwort und heißt Teufel. Mittlerweile ist Perkele etwas gesetzter und macht immer noch kultigen OI Punkrock. Party on!

Judas Priest: mit einer halben Stunde Verspätung, auf Grund eines technischen Problems, betreten Judas Priest die Bühne. Die aus Birmingham stammende Band wurde in den 79ern gegründet und gilt heute als Vorreiter vieler Metalbands. So war natürlich auch der VIP-Bereich gut gefüllt. Im Gepäck ihre bekanntesten Werke, so rockten sie in alter Manier und zur Begeisterung eines rundum vollen Infields ihre multimediale Show.

Cradle Of Filth: Der heutiger Opener der Knüppelnacht zog deutlich mehr Leute zur Bühne und so war die Hardbowl gut gefüllt, als nun ebenfalls mit einer halben Stunde Verspätung Dani Filth mit Band die Bühne betrat. 45 Minuten Show mit unerwarteten Circle Pit und Crowdsurfern. Der Band hat es gefallen und sie belohnten die Fans mit Songs wie „From Cradle To Enslave“ und „Her Ghost In A Fog“. Meine Erwartungen einen Song aus „The Cruelty And The Beast“ zu spielen, erfüllten sich leider nicht. Fakt: Das Album „ Cruelty and the Beast“ feiert dieses Jahr 20 Jahre und war ein Meilenstein in der Geschichte der Band. Zur Feier wird das Album nochmal neu aufpoliert und erscheint Ende des Jahres.


Samstag und die Sonne hatte es besonders eilig und wieder aus den Zelten zu bekommen. Wer bis heute keinen Sonnenbrand hatte, sollte den spätestens heute erhalten. Am letzten Tag ist das Line-Up kein bisschen lahmer:

Pro Pain: Unser erster Pflichttermin. Pünktlich donnert der Bass durch die Boxen und Pro Pain erscheinen auf der Bühne. Seit 1992 regieren sie im Metalgeschäft mit und jeder hat zumindest schon mal etwas von den New Yorkern gehört. Bereits 14 Alben haben die Jungs auf dem Markt und sind als Live Band mehr als bekannt, touren sie schon seit vielen Jahren ausgedehnt durch die Lande. Auch sie befinden sich bis zum Herbst auf Tour.

Booze and Glory: Eine weitere Britische Oi-Band im Line-Up. Bekannt sind diese Bands und Fans für die Partystimmung, die sie verbreiten. So auch in diesem Falle: Zitat: „Booze & Glory spielen geradlinigen britischen Oi! mit vielen Singalongs und eingängigen Rhythmen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

In This Moment: Bereits 2005 gegründete Band von Maria Brink, war für viele meiner Bekannten eine Neuentdeckung. Eines der aufwendigsten Bühnendekorationen so far und Maria ließ es sich nicht nehmen, zu jedem Song ein neues Outfit zu wählen und ihr Double geschickt vorzuschicken. Sie spielten ihre Hits und hatten einen Unterhaltungsfaktor. Fakt: Laut eigener Aussage wurde ihr Kind eingetrichtert, dass sie niemals etwas werden würde und nutzlos sein. Die streng konservative Beziehung inspirierte sie nicht nur zum Song „Whore“, sondern zu einer der spannendsten aktuellen Bands und Liveshows. In den USA schon Headliner, hier noch im Nachmittagsprogramm aber unbedingt sehenswert!

Rise Of A Northstar: Die Pariser Hardcorband war die nächste auf unserer Liste und auch keine unbekannten auf dem With Full Force. Merkmale der Band sind deutlich hörbare Einfluss aus dem Hip Hop und Texte aus der Japanischen Kultur. Ebenfalls auf Sommer Festival Tour.

Mambo Kurt und Gäste: Wer Mambo Kurt kennt, weiß, das Mambo Kurt liefert. Er war wohl der erfolgreichste Act auf der Metal Hammer-Stage. Gäste waren neben dem erlesenen Publikum, die Bühnencrew, die quer über die Bühne tanzte. Als Schnapsfee agierte die bezaubernde Clodi der Elektroband „Sonorus 7“, die tanzend mit Pfeffi bewaffnet das Publikum verarztete.

Life Of Agony: Die 1989 gegründete Band löste sich 1999 auf um sich 2003 neu zu formieren. Viele Künstler haben diese Band bespielt und produziert so fallen in der Biografie Namen wie Ugly Kid Joe und Type O‘Negative. Seit Jahren konstant dabei ist Mina Caputo, früher bekannt als Keith Caputo. Schöner Rock aus New York.

Thy Art Is Murderer: Hardcore Band, hyper gehypt. Im Januar 2017 gab die Band bekannt, dass ihr Sänger Chris McMahon zurück gekehrt ist und zack geht es zurück auf das With Full Force. Die Deathcore-Band aus Sydney ist ebenfalls bis Herbst auf Tour.

Soulfly: Das 1997 aus einer Streitigkeit entstandene Projekt ist mittlerweile ein Institution im Thrash/ Death Metal-Bereich. Natürlich durfte diese Name im Line-Up nicht fehlen. 2013 haben sie ihr letztes und 9. Studioalbum veröffentlicht. Aktuell spielen sie noch vereinzelte Gigs. Fällt wieder unter die Kategorie muss man mal gesehen haben.

Asking Alexandria: Die Briten sind Überflieger im Hardcore Bereich. Eine sehenswerte Live Band zwischen Circle Pit und Akustik-Balladen. Die Band war breit aufgestellt und machte jeden Fan glücklich. „Alone in a Room“ heißt ihre neuste Singleauskopplung und versüßt den Fans das Warten auf das neue Album. Wir sind gespannt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parkway Drive: Bombastischer Headliner, mit einer wundervollen Bühnen- und  Flammenshow sowie Interaktion mit den Fans. Ein wenig Mitleid mit der Security hatte ich schon, da wirklich jeder der Fans mal durch die Menge gesurft ist. Winston hat es auf der Bühne schön zusammen gefasst: Iron City ist mit Abstand die schönste Festival-Kulisse und das With Full Force hat mit Abstand das abgefahrenste Pubikum - und der muss es wissen, der kommt viel rum. Ein genialer Abschluss. Könnte man so stehen lassen. Aber Nein! Da fehlt noch etwas:

Birthday Special: Beatsteaks: Sind der wohl umstrittenste Act. Passen die aufs Force? Sind die genug Metal? Sie sind auf  jeden Fall genug Party! Und was will man nach solch einem Wochenende mehr? Die Beatsteaks haben gefeiert und viele mit ihnen. Publikumsnah und beladen mit Hits. Das war ein super Abschluss. Halt Nein!
Das letzte Wort hat immer noch die Mainstage:

Also holte man sich noch die Finnen von Apocalyptica für eine einstündige „Back to the Roots“ Session. Apocalyptica spielen Metallica auf 4 Cellos (naja und einem Schlagzeug). Geblieben ist mal wieder der harte Kern und sang und schunkelte zu den Klängen der bekanntesten Metallica Songs. Das war ein gelungener Abschied!

 

 

 

 

   

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admin@schwarzepresse.de (Schwarze Presse) Konzerte Berichte Wed, 20 Jun 2018 13:25:13 +0000