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Interview

Canterra präsentiert mit „First Escape“ die Früchte musikalischer Leidenschaft
Mit der neuen Platte im Gepäck auf Lacrimosa-Tournee…

Die Leipziger Gothic-Metal-Band “Canterra“ hat nach einer ausgiebigen, kreativen Schaffenszeit ihr Debütalbum “First Escape“ (Release: 19.02.) erwachen lassen… gerade noch pünktlich zur “Unterwelt-Tour“ 2016. Im Februar tourten die Leipziger Musiker als Support des alternativen Musikprojekts “Lacrimosa“ durchs Land. Zu insgesamt zehn Konzerten begleiteten die Düsterrocker das deutschsprachige Symphonic Rock Duo um Gründer Tilo Wolff und Partnerin Anne Nurmi. Einige Stunden vor dem gemeinsamen Auftritt im Werk 2 hat die Schwarze Presse den Newcomern im Leipziger Szenelokal ConnSTANZE auf den Zahn gefühlt. Im Interview begaben sich Sängerin Korinna und die beiden Gitarristen Harry und Hannes auf eine kleine Zeitreise durch die aufregenden letzten Wochen und Tage ihrer neuen Musikwelt:


Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Album!

Korinna, Hannes und Harry [freudestrahlend]: Danke!

Am Freitag (19.02.) erschien euer Werk „First Escape“. Bei der Finanzierung des Studioprojekts habt ihr euch u.a. Unterstützung durch die Wacken Foundation sowie ein Crowdfunding-Projekt geholt. Könnt ihr kurz erklären, wie diese Crowdfunding-Aktion funktioniert hat?

Korinna: Wir haben uns überlegt, wie wir das Ganze finanzieren können, ohne dass es 100% nur aus eigener Tasche stammen muss. Über “Ally the Fiddle“ sind wir hierbei auf eine Crowdfunding-Plattform gestoßen, die wir seriös und gut fanden. Daraufhin haben wir dort unsere Seite aufgebaut. Das dauerte ziemlich lang. Jeder, der das machen möchte, sollte sich viel Zeit dafür nehmen. Über die Seite muss man Pakete anbieten, die im Voraus gekauft werden können. Das heißt, dass das Album bereits erworben werden konnte, bevor es überhaupt da war. Wenn die Crowdfunding-Kampagne erfolgreich verläuft, ist alles safe. Wenn sie aber letztendlich scheitert, also das Finanzierungsziel nicht erreicht wird, geht das Geld sofort zurück an die Unterstützer. Es sollte also gut überlegt sein, was man glaubt zu schaffen. Deshalb haben wir lange nachgedacht, wie hoch wir die Finanzierungssumme ansetzen. Und zum Glück hat alles super geklappt.

Ihr habt das Fundingziel zum Schluss um mehr als 800€ übertroffen!

Korinna: Ja, das war sehr aufregend! Denn die letzten Tage der Kampagne lagen wir noch nicht über dem Fundingziel und dachten: Uuuhhhh… klappt das noch?!

Hannes: Das war eine große Überraschung von Freunden, die alle zusammengelegt haben für ein Konzert und damit den Sprung über die Ziellinie ermöglicht haben.

Ihr habt dafür wirklich alles gegeben! Unter den sogenannten Dankeschöns – den Geschenken für die Unterstützer – war von Haarstyling über Brunch, Picknick und signierte Autogrammkarten soooo viel dabei!

Hannes & Korinna: Sogar Motorradfahren! Wir haben uns total verkauft! [lachend]

Wer war denn der kreative Kopf, der auf all die Ideen gekommen ist?

Hannes: Das waren wir alle! Jeder hatte eine Idee.

Korinna: Wir haben die Köpfe zusammen gesteckt und überlegt, was kreativ und lustig ist und was jeder von uns für persönliche Specials hat. Hannes fährt gern Motorrad. Tom hat eine schicke Frisur und tausend Pomade-Arten zu Hause. Und so hat sich das entwickelt.

Die Vorbereitungen für euer erstes Album liefen zu dem Zeitpunkt auf Hochtouren und dann stand plötzlich eine Tour mit Lacrimosa im Raum. Wie und wo habt ihr davon erfahren?

Korinna: Ich habe ein paar Wochen auf die Mail gewartet – eine Antwort, ob es was wird oder nicht. Normalerweise checke ich mehrmals täglich die Bandmails. Und an einem Tag habe ich´s nicht tun können, weil ich unterwegs war. Ich kam erst spät abends nach Hause, eine Freundin besuchte mich noch und zwischen Tür und Angel las ich die Mails. Und ich vermutete: Oooch… da kommt jetzt die Absage. Und dann machte ich die Mail auf und dachte: Das gibt´s doch nicht! Jetzt wird das wirklich wahr! Dann hab ich ganz schnell alle angerufen und mindestens eine Nacht nicht geschlafen. Mindestens! Das ist ein Zehner im Lotto, wenn Tilo sagt: Ich nehme euch mit. Und nicht nur das. Er hat von uns im Sommer die ungemixten Files der Platte zum Probehören bekommen. Wir waren hierzu schon länger in Kontakt. Er findet die Musik sehr toll. Da sind wir unheimlich stolz drauf! Es ist schließlich unser Erstlingswerk. Das hat uns tierisch gefreut! Wahnsinn! Und jetzt läuft das Ganze schon. Total verrückt!

In schönes Kompliment von Tilo! Und welche Bilder hattet ihr vor Augen, als ihr realisiert habt, dass es bald los geht mit der Tour? Wovon träumt man?

Hannes: Erst realisiert man es gar nicht. Man braucht ziemlich lange bis man verarbeitet, dass es wirklich los geht… dass wir mit Lacrimosa auf Tour gehen. Das kommt schrittweise. Ich glaube, wir waren lange Zeit überhaupt nicht aufgeregt. Aber je näher der Start rückte, desto bewusster wurde die Tour. Es war einfach so unwirklich. Bis 1-2 Wochen vorher… da dachten wir: Bald sind wir auf Tour! Das ist der Wahnsinn. Dann ging´s auch los mit der Aufregung.

Harry: Ich habe ein bisschen gebraucht, um das überhaupt zu realisieren. Als mir die Mail geschickt wurde, dass wir im Februar auf Tour mit Lacrimosa gehen, dachte ich noch: Hach ja... Und als es dann auf unserer Seite stand, merkte ich: Die meinen das wohl ernst?! [alle lachen]

Korinna: Es war anfangs wirklich verrückt. Und dann musst du so viel tun. So viel arbeiten. Und dich vorbereiten. Du kommst vor lauter Arbeit und Vorbereitung gar nicht dazu, aufgeregt zu sein. Einen Tag bevor es los ging, hatten wir frei und plötzlich hatte ich einen unglaublichen Realisierungsschub. Das war ganz verrückt. Und jetzt muss man einfach nur noch funktionieren.

Harry: Je näher der Termin rückte, desto mehr Fragen stellte man sich. Was brauch ich noch? Worauf muss ich achten? Nichts vergessen!

Hannes: Jeden Tag im Musikladen und eine Bestellung abgegeben: Ach… das brauch ich ja auch noch!

Korinna: Wir hätten nie gedacht, dass das mal passiert. Das ist wirklich gigantisch, dass auch der Zeitpunkt so gut klappt mit der Tour und unserem Album [überglücklich].

Hannes: Die Tour hat uns natürlich auch nochmal einen Schub gegeben. Da ging der Stress erst los. Wir hatten noch kein Label, keinen Verlag, keinen festen Plan für die Veröffentlichung der Platte. Nichts Konkretes. Und es war für uns klar: Wir können die CD nicht erst nach der Tour herausbringen. Und dann ging´s los: Label suchen… Ab dem Zeitpunkt der Nachricht über die Tour konzentrierte sich alles auf die Platte. Wie schaffen wir es, rechtzeitig zu veröffentlichen. Promotion etc.

Ihr seid bühnenerfahren, habt bereits in kleineren Clubs gespielt und sogar „Lord of the Lost“ schon einmal supported. Nehmt ihr die Atmosphäre und das Publikum auf der Bühne richtig wahr oder legt ihr einen Schalter um und seid in einer anderen Welt?

Korinna: Wir nehmen das total wahr! Das ist ganz wichtig!

Hannes: Man schaut in ganz viele Gesichter. Sieht viele lächeln. Und wenn du das Lächeln siehst, rattert es im Kopf: Da steht jemand, dem gefällt richtig gut, was wir machen. Und das gibt Energie zurück. Und die Energie zeigst du. Es ist wie ein Kreislauf! Je mehr Energie du zeigst, desto mehr Energie ist dann wieder im Publikum. Das ist ein super Feedback.

Korinna: Das ist das Allerwichtigste. Wir machen das, weil es Spaß macht. Wir machen musiktechnisch das, was wir mögen. Wir mixen unsere Geschmäcker zusammen und das kommt bei raus. Wir wollen für´s Publikum da sein!

Und Hand aufs Herz: Wer hat früher als Kind vorm Kuscheltierpublikum die Rockstarposen geübt?

Hannes [kichernd]: Naja…

Korinna [eindringlich]: Ich nicht! [lachend]

Hannes: Vorm Kuscheltierpublikum vielleicht nicht. Aber zu Hause mit voller Power wie auf der Bühne. Man muss es auch üben. Nicht zwangsweise vor Freunden und Familie. Allein… um die Bewegungen zu proben. Es ist nicht einfach, auf der Bühne zu moven und zu headbangen, sich zu bewegen und gleichzeitig noch präzise zu spielen. Man muss das sehr trainieren.

Korinna: Wir merken das natürlich auch gerade, weil wir jeden Tag einen Gig spielen. Und man merkt, wie jeden Tag etwas anders ist. Ich weiß dann: in dem Lied darf ich nicht zu viel herumrennen, sonst hab ich im nächsten Lied keine Luft. Man lernt jeden Tag etwas dazu.

Ihr habt mit dem Konzert in Leipzig Halbzeit. Insgesamt supported ihr 10 Konzerte. Was waren die bisherigen Highlights der Tour und des Tourlebens?

Harry [bewegt]: Das Konzert in Erfurt war ein absolutes Highlight! Wir haben ein enorm starkes Feedback bekommen. Es war gigantisch, als nach dem Lacrimosa-Konzert viele Leute zu unserem Stand gestoßen sind und uns sagten, dass es klasse war und unsere CDs gekauft haben. Und auch während des Auftritts hat man in der ersten Reihe Leute gesehen, die mitgemacht haben.

Hannes: Man bekommt das Feedback nach dem Konzert am Merch-Stand – natürlich auch durch den Verkauf. Und in Erfurt fand eine Party an unserem Stand statt! Die Leute hatten Spaß!

Korinna: Wir haben sogar einen Canterra-Kuchen geschenkt bekommen!

Hannes: Es gibt viele Höhepunkte. Es fing an, als wir das erste Mal in den Tourbus gestiegen sind und uns in die Betten popeln mussten. [alle lachen] Diese Lachkrämpfe, die wir dabei hatten… das sind Erinnerungen, die lange halten werden. Oder in Hamburg nach dem ersten Gig: Als wir alle zusammen im Tourbus saßen mit einer Flasche Bier und uns gesagt haben: Jetzt sind wir auf Tour!

Korinna: Es ist einfach ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Das ist keine Garantie, wie es weiter gehen wird. Aber daran denkt man jetzt nicht. Wir versuchen, alles gut zu machen. Ich genieße das. Für uns ist natürlich interessant: Wir kennen uns alle so lange und man weiß nicht, was passiert. Mein Gefühl bestätigt, dass es ein richtig tolles Team ist. Viel positive Energie. Es funktioniert alles. Auch mit der Crew von Lacrimosa. Es ist einfach schön!

Hannes: Man muss sich aber auch selbst dazu zwingen, entspannt zu sein. Man darf nicht hektisch werden. In den ersten Tagen dachte man nur: Aaaahhh… Soundcheck. Doors Open in 10 Minuten! Verdammt… Schnell aufbauen! Wir haben aber mittlerweile gelernt, entspannt zu sein. Es dauert eben alles seine Zeit. Gestern war ich total erschrocken, dass wir noch Zeit übrig hatten nach dem Soundcheck.

Korinna: Die letzten Tage waren sehr hektisch. 15 Minuten umziehen. Schnell schminken.

Harry: Wir hatten uns auch meist kurz vorm Soundcheck noch Essen geholt, aber erst nach dem Auftritt das kalte Essen runterschlingen können. Doch gestern konnten wir tatsächlich in Ruhe essen und den Auftritt entspannt angehen.

Habt ihr auch schon Schattenseiten feststellen können – Dinge, die ihr beispielsweise euren Enkelkindern nicht erzählen würdet?

Korinna: Es ist Stress. Es ist hart. Das muss man wissen. Als Frau ist man zudem meist in der Unterzahl. Damit muss man klar kommen. Im Zweifelsfall die Duschen teilen, gemeinsame Umkleiden mit allen etc.

Hannes: Es ist eben Business. Man arbeitet mit der Crew von Lacrimosa zusammen. Sie sind natürlich darauf bedacht, ihre Show gut über die Bühne zu bringen. Da müssen wir uns unterordnen können. Das ist ganz klar. Es funktioniert alles gut. Aber es ist harte Arbeit. Man muss einen strikten Zeitplan befolgen. Man muss aufpassen, dass man den Anderen nicht behindert. Ein wirklich harter Job. Weniger Spaß, als man wahrscheinlich denkt.

Habt ihr eure Methodik, um bei all dem Stress zu entspannen und abzuschalten?

Korinna: Das ist alles noch sehr frisch. Es entwickelt sich gerade. Ich merke, dass ich eine halbe Stunde vor dem Gig nochmal Ruhe bräuchte. Das ist natürlich schwierig. Einen Raum zu haben, in den man sich zurückziehen kann… das wäre der Idealfall.

Harry: Es kommt auch darauf an, ob noch Probleme gelöst werden müssen oder ob man wirklich Zeit hat, um sich ggf. die Kopfhörer aufzusetzen und in Ruhe in einer Ecke Musik zu hören.

Hannes: In den ersten Tagen hatten wir massive technische Probleme, die immer sofort gelöst werden mussten. In Erfurt waren wir noch früh beim Gitarrenbauer. Da hat man gar nicht die Zeit. Man steht auf, isst schnell etwas, rennt los und löst die Probleme. Dann ist schon wieder Soundcheck. Zwischendrin versucht man schnell noch zu duschen. Umziehen, essen, Bühne, Tag vorbei. Das ist der jetzige Tagesablauf. Irgendwann wird es vielleicht auch entspannter. Ich freu mich auf den Day off. Ich denke an jene, die 3 Monate auf Tour sind…

Ein guter Stichpunkt! Ihr habt bis Ende Februar Konzerte und nun Blut geleckt. Könnt ihr euch überhaupt noch ein normales Leben vorstellen?

Hannes: Ich freu mich auf jeden Fall, wieder nach Hause zu kommen. Ich habe gerade ein sehr schönes Leben, weil ich nicht arbeiten gehe, um mich nur um meine Tochter kümmern zu können. Wir haben von Freunden – Molllust, die vor Kurzem auf Tour waren – aber auch gehört, dass es hinterher ein Loch geben kann, wenn man wieder in den Alltag rutscht und der Alltag nichts Besonderes ist. Mal schauen… Ich denke, wir haben alle Pläne. Auch musikalische Pläne für die Zeit nach der Tour. Und wenn wir uns konzentriert hineinstürzen… Der Plan ist, dass wir nach der Tour neue Songs schreiben. Wir wollen die nächste Platte angehen. Wir haben gemerkt: hmmm… die letzte Platte hat zwei Jahre gedauert. Wir stürzen uns einfach in die nächste Arbeit und das erfüllt uns dann.

Korinna: Richtig! Ich bin ein bisschen die Booking-Tante und möchte jetzt schon versuchen, auch mit dem Schwung, den wir jetzt haben, ein paar Gigs und Festivals zu bekommen. Kleinere und auch Größere. Das ist ein hehres Ziel. Mal schauen, ob´s klappt. Ich versuche auch, für den nächsten Winter etwas auf die Beine zu stellen, was sich mit unseren Jobs vereinbaren lässt. Harry hat schon viel Material für neue Songs. Ich auch. Dann geht´s wieder los.

Harry: In Berlin hab ich versucht, eine Stunde fürs Songwriting zu nutzen. Aber dann ging´s schon wieder los. Techniktests. Fast nicht möglich.

Seid ihr dieses Jahr auf dem WGT vertreten?

Korinna: Leider nein. Leider nein. Wir haben auf dem WGT schon einmal in der Sixtina spielen dürfen. Wir würden natürlich auch gerne mal auf einer größeren WGT-Bühne spielen wollen. Nächstes Jahr wäre sehr toll! Eines der Ziele! Absolut! Als Leipziger Band eigentlich ein Muss!

Wir lassen uns überraschen! Ein Dankeschön an euch für all die Einblicke. Die letzten Worte gehören euch!

Hannes: Rock ´n´ Roll!

Korinna: Danke Lacrimosa! Ohne Lacrimosa säßen wir jetzt nicht hier. Und danke an die neuen Fans für das Feedback aus den ersten Konzerten. Das baut total auf und zeigt einem, dass man etwas richtig gemacht hat. Es ist natürlich immer Geschmackssache. Aber das hilft so sehr!

Es bleibt spannend! Bis nachher zum Konzert!


Während Korinna und ihre Jungs die letzten Vorbereitungen trafen, fand sich das dunkelbunte Publikum an jenem Sonntagabend in der beliebten Location Werk 2 im Süden der Messestadt ein, um der “Unterwelt-Tour“ zu lauschen.


Kurz vor 20 Uhr betrat “Canterra“ als Vorband schließlich die Bühne der in Scheinwerferlicht gehüllten Kulturfabrik. Gleich in den ersten Songs “Broken“ und “Child of Destiny“ entführten Sängerin Korinna und ihre energiegeladenen Jungs Harry (Gitarre), Hannes (Gitarre), Tom (Bass) und Max (Schlagzeug) das Publikum in canterra´nische Gothic-Metal-Melodien. Mit voller Hingebung growlte Harry ins Mikro, indessen headbangte Multitaskingtalent Tom und entlockte seinem Schlagzeug zugleich ein derbes Trommelgewitter. In einprägsamen Mustern aus Gitarren- und Bass-erfüllten Takten entfaltete sich die instrumentelle Schwerelosigkeit von Lied zu Lied. Während Bassist Tom sowie die Lead- und Rhythmusgitarristen Harry und Hannes eine unverwechselbare Harmonie schafften, untermalte Sängerin Korinna das intensive Musikgefühl mit einer beeindruckenden Stimmdynamik. Die einleitenden Worte „My Heart My Heart is Aching, My Heart My Heart is Breaking“ zur gleichnamigen Ballade “My Heart“ zeigten aber auch eine sanfte Seite der Musiker. Zudem wartete die Band mit Stücken aus früheren Zeiten auf. So bspw. der Titel “Last Saviour“, der nicht fehlen durfte. Mit einer mitreißenden Vielfalt erhielt “Canterra“ zum Schluss verdienterweise Zugabe-Rufe aus dem schwarzen Publikum und ebnete den würdigen Einstieg in einen stimmungsvollen Abend.

Text: Maria K.

Fotos: Lebensart 



Interview mit Aeon Sable
 


SP:
 Nach der „Schwarzes Leipzig Tanzt“-Weihnachtsausgabe kehrt ihr im Juni zurück für ein Konzert im Rahmen des Wave Gotik Treffen zurück nach Leipzig. Habt ihr selbst einen besonderen Bezug zur Stadt? 

AS: Wir waren des Öfteren in der Vergangenheit als Besucher auf dem WGT, da das Festival besonders unsere Musiksparte bedient, daher haben wir lange favorisiert und darauf hingearbeitet dort zu spielen. Das Treffen ist quasi ein Muss für jede Band aus dem düsteren Bereich. Leipzig ist eine wunderbare Stadt mit einem sehr dankbaren Publikum, allein die schönen Absintherien, die es im Ruhrgebiet leider nicht gibt, locken uns dorthin. Wir spielen liebend gerne in Leipzig, diese Stadt hat Seele.


SP: Ihr habt Aeon Sable ursprünglich als Studioprojekt geschaffen. Natürlich sind eure Fans froh, dass es nicht dabei geblieben ist. Wie kam es zu diesem Wandel?

AS: Da wir als technikaffines Duo angefangen haben und nicht als „klassische“ Band mit Proberaum und Jamsessions, hat es sich erst einmal automatisch so ergeben. Wir wussten damals ja auch noch gar nicht, wohin der Weg führen wird. Erst unser damaliger Labelboss hat den Anstoß für Konzerte gegeben, da man so viel mehr Leute erreichen kann und als reine Studioband schnell auf der Stelle tritt. Es war eine Menge Arbeit unser Konzept auf die Bühne zu bringen, da ein Liveauftritt etwas komplett anderes ist, als im Studio zu arbeiten. Dennoch zieht man eine Menge Energien und Anregungen aus den Auftritten, sodass wir froh sind diesen Schritt gegangen zu sein.

SP: Für alle die euch noch nicht kennen... Wie kam der Name Aeon Sable zustande?

AS: Aeon Sable ist eine Wortkombination mit mehreren Interpretationsmöglichkeiten. Man kann „dunkles Zeitalter“ daraus lesen, aber auch ganz andere Dinge. Rein zufällig sind es auch unsere Pseudonym... [hust]... ich meine unsere Nachnamen [lacht].

SP: Ende des Jahres soll euer neues Album erscheinen. Könnt ihr uns schon ein wenig darüber erzählen?

AS: Wir sind stolz darauf sagen zu können, das unser kommendes Album erstmalig beim Berliner Label „Solar Lodge“ erscheinen wird. Es wird den Titel „Visionaers“ tragen und wie seine Vorgängeralben unseren spezifischen Stempel tragen, dabei aber doch eine Weiterentwicklung darstellen. Wir sind sehr darauf bedacht, dass jedes neue Album auf dem vorherigen aufbaut und nicht bloß eine Kopie dessen ist. Eins jedoch bleibt gleich: Es werden sieben Tracks mit einer Gesamtlänge von rund 50 Minuten sein. Wir sind momentan noch in der aufwendigen Masteringphase, die Songs stehen aber schon. Eins können wir schon verraten: Wer Aeon Sable mag, wird dieses Album lieben. Alles Weitere werdet ihr Ende des Jahres hören.

SP: Werden eure Fans auf dem WGT bereits ein paar neue Songs zu hören bekommen?

AS: Die endgültige Playlist für’s WGT steht zwar noch nicht fest, aber wir spielen mit dem Gedanken.

SP: Gibt es schon weitere Pläne? Eine Tour?

AS: Es gibt Gerüchte…
Konkret freuen wir uns sehr auf die nach dem WGT bevorstehende Videoproduktion zu eines unserer neuen Titeln. Dazu haben wir einen Filmemacher aus Indonesien eingeladen. Derselbe der bereits vor 2 Jahren unseren ersten Videoclip zu „Agnosia“ gemacht hat.
Und da wir nicht in der Lage sind, mal eben abertausende Euros auf die Theke einer Produktionsfirma zu legen, müssen wir eben alles selber organisieren – die Crew, das Equipment, die Locations… Das Ganze muss im Vorfeld koordiniert und durchgeplant werden – das ist zwar eine Menge Arbeit aber wir haben wie immer die Fäden in der Hand und das Ergebnis wird jede Arbeit aufwiegen.

SP: Mit wem würdet ihr sehr gerne einmal die Bühne teilen?

AS: Mit den Merciful Nuns und David Bowie. In dieser Reihenfolge. Danach mit Frank Sinatras Geist Backstage feiern.

SP: Last famous words?

AS:
Im geiste Notieren: kluge letzte Worte voller Weltweisheit, Humor und Wiedererkennungswert für die „famous last words“ ersinnen... Check! 
Bis dahin: danke für das Interview und danke an alle Freunde, Hörer und Leser. Ohne euch wäre alles nichts!

 

Lennart von Sono im Interview

Ein Singer Songwriter über seine Premiere als DJ, Castingshows und Werbekompositionen 

Lennart A. Salomon ist  ein Hamburger Musiker, dessen ganzes Leben ein Streben nach einer Karriere als Musiker war. Er  hatte als Kind klassischen Klavierunterricht, spielte Schlagzeug und nun Gitarre, spielt in mehreren Bands und komponiert Musik für Funk und Fernsehen. In Leipzig wird Lennart regelmäßig für seine Auftritte mit der Electropopband SONO gefeiert, die 2001 ihren Durchbruch mit „Keep Control“ feierte. Die Schwarze Presse hat Lennart vor seinem DJ-Debut getroffen und mit ihm über sein Leben als Musiker gesprochen.

Blick hinter die Kulissen: Mental Defect

Mental Defect – das sind tiefe Growls von Sänger Sanny, die emotional starke Stimme von Sängerin Clodi, die melodischen Riffs der Gitarristen Daniel und Tien und die Energie, die Bassist Fox und Drummer David in die Songs stecken. Alles zusammen ergibt einen originellen Metal-Stilmix, der seine Zuhörer mit eindringlichen Texten und einem Designkonzept abholt und in eine neue Welt versetzt. Die Konzeptalben begeistern dabei nicht nur Langhaarige: Mental Defect haben bereits auf den Classic Open  gespielt und ihre CD wurde durch die Plattenfirma "Èquinoxe Records" veröffentlicht und von Kritikern als „radiotauglich“, „Spitzen-Scheibe“ und „einzigartig“ eingeschätzt.

Schwarze Presse hat die Leipziger Talente bei ihrem Videodreh zum neuen Song „Your Goddess“ aus dem im Mai 2014 raus kommenden Album „Lost In The Sense Of Time“ begleitet und mit Sängerin Clodi über den Dreh und ihre Pläne gesprochen.

Interview With Full Force 2013 – 20-jähriges Jubiläum

Nur noch wenige Tage, dann lädt zum 20-jährigen Jubiläum eines der größten Metal- und Hardcorefestivals zum Rundumschlag ein.
Wir nehmen dieses freudige Ereignis zum Anlass und fragen etwas näher nach der Entwicklung in den vergangen Jahren, den zukünftigen Aussichten und den persönlichen Highlights der Veranstalter. Zusätzlich möchten wir euch diese absolute Festivalperle wärmstens ans Herz legen. Nicht nur weil es dieses Jahr einen extra Festivaltag mit Bands wie „Hatebreed“, “Slayer“ und „Agnostic Front“ zu erleben gibt, sondern weil man sich hier mit Gleichgesinnten bei absolut besucherfreundlichen Preisen ein paar schöne Tage machen kann, die man so schnell nicht vergessen wird. Wenn ihr dieses Jahr ein Festival ganz sicher nicht verpassen dürft, dann dieses.

Fragen an SAMAVAYO

On: 31/12/2012

Fragen an SAMAVAYO

Seit 2000 stehen die Berliner Jungs mit ihrer Band Samavayo auf den Bühnen und das mittlerweile nicht mehr nur in Deutschland. Ihre, gleichfalls rockige und leidenschaftliche Musik findet sich auch auf ihrem neuen Album 'Soul Invictus' wieder. So versprühten sie am 17.11.2012, im Rahmen der Bandcommunityveranstaltung ihre Funken und wussten das Publikum mit neuen und alten Songs zu begeistern.

Seit Mitte Dezember ist das neue Album „A Splinter For The Pure“ erhältlich und so viel sei vorab gesagt: Die Record Release Party, die am 17.12.2012 im Leipziger Z stattfand, war ein voller Erfolg.
Die SP lud deshalb Schlagzeuger Max und Sänger Franz zum Gespräch ein. Dabei ging es um die erfolgreich absolvierte Russland-Tour, die die ein oder andere Überraschung beinhaltete, das Tourleben mit seinen Vor- und Nachteilen und natürlich haben wir auch nachgefragt, worum es in der neuen Platte geht. Was dabei herauskam, könnt ihr hier nachlesen:

Sowohl die Musikpresse als auch die Szenediscotheken langweilen ihre Gäste seit Jahren mit ihren selbstgezüchteten und hochgepushten Szenesuperstars.
Doch wenn man sich die Mühe macht und ein wenig auf die Suche geht, dann findet man zwischen Hausfrauenschlagergoth und Gruftitechno das ein oder andere musikalische Juwel.
Wenig überraschend ist die Tatsache, dass es sich dabei fast immer um Bands handelt, die von der Musikindustrie bislang unbeachtet blieben und somit noch ihre (im positiven Sinne) „Ecken und Kanten“ haben. So auch Toxic Flowers, eine Glam/Gothrockband aus Leipzig, die im folgenden Interview Rede und Antwort stand.

Hier nun das Interview vom 17.11.2012 im Bandhaus Leipzig  mit COX AND THE RIOT, einer Leipziger Rockband. 2010 spielten sie bereits auf dem Sputnik Springbreak Festival und sind daher nicht mehr ganz unbekannt in der Musikszene. Ihr erstes Album "Death Disco" steht bereits in den Läden und ihre Texte und Melodien klingen vielversprechend.

Nach über 15 Jahren verabschiedeten sich BLITZKID Ende Oktober von den Brettern, die die Horrorwelt bedeuten und bestritten eine letzte Farewell-Tour durch Europa. Natürlich nicht, ohne ein letztes Mal den Saal des Conne Island zum Kochen zu bringen. Mit dabei: ihre Genrekollegen von THE OTHER, BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE und THE FRIGHT. Die schwarzePresse hat die Gelegenheit genutzt, Letztere direkt nach dem Gig ein wenig auszuhorchen. Die Hermsdorfer Gruselrocker Lon (Gesang), Kain (Bass), Seares (Schlagzeug) und Danny (Leadgitarre) standen bereitwillig und gut gelaunt Rede und Antwort – nicht ganz jugendfrei und nicht ohne eine gehörige Portion Selbstironie. Parental Guidance advised – explicit content! Aber lest selbst.